Sekretär und Sekretärin arbeiten in einem Sekreteriat oder Sekretariat?

Falsche Schreibweisen

  • der Sekreter, Sekräter, Sekrätär
  • die Sekreterin, Sekräterin, Sekrätärin
  • das Sekreteriat, Sekretäriat

Richtige Schreibweisen

  • der Sekretär
  • die Sekretärin
  • das Sekretariat


Wer arbeitet in einem Sekretariat?

Alle Schulen, viele Verwaltungsämter und manche Firmen besitzen es, doch seine Rechtschreibung verleitet viele zur Falschschreibung: das Sekretariat. Ein häufiger Fehler ist ein weiteres „e“ anstelle des ersten „a“, sprich Sekreteriat.

Das Sekretariat wird derzeit umgebaut.
Wurden gestern beide Sekretariate abgeschlossen?
Aufgrund Personalmangels kann unser Sekretariat gerade nicht durchgängig besetzt werden.

Um herauszufinden, wieso die Schreibweise mit „a“ korrekt ist, aber die mit „e“ auch denkbar wäre, widmen wir uns zunächst den Berufsbezeichnungen der Personen, die in einem Sekretariat arbeiten.

Der Sekretär und die Sekretärin umfassen streng genommen mehrere Berufsgruppen, von Funktionär:innen in Organisationen und Parteien über Angestellte bei Behörden oder Personen des öffentlichen Lebens bis zu Führungsfiguren der DDR.

Der Sekretär bezeichnet darüber hinaus ein verziertes Möbelstück mit Schrank- und Tischteil sowie einen afrikanischen Raubvogel.

Wie viele Sekretärinnen und Sekretäre sind in deiner Partei angestellt?
Wir müssen dich leider zur Schulsekretärin schicken.
Der Norweger Jens Stoltenberg ist seit 2014 NATO-Generalsekretär.
Willst du diesen schönen Sekretär etwa verkaufen?
Sekretäre haben gute Augen und einen kräftigen Schnabel.

Womit sind „Sekretär“, „Sekretärin“ und „Sekretariat“ verwandt?

Aber wie sind diese Begriffe nun miteinander verwandt? Eine Sekretärin kann mitunter an einem Sekretär im Sekretariat arbeiten – das leuchtet ein. Doch woher stammen die Vokalwechsel zwischen „e“, „a“ und „ä“? Beginnen wir ganz am Ursprung der Wortgruppe.

  • Das Adjektiv (Eigenschaftswort) sekret stammt aus dem Lateinischen, wo es als „sēcrētus“ für etwas Abgeschiedenes oder Entlegenes stand.
  • Daraus entwickelte sich das Nomen (Hauptwort) das Sekret (lat. „sēcrētum“), womit im 14.–18. Jahrhundert „Geheimsiegel“ und generell „Geheimnisse“ (Synonym zu Sekretion) bezeichnet wurden. Erst im 19. Jahrhundert folgte die medizinische Bedeutung von „(Drüsen-)Flüssigkeit“ oder „Absonderung“. Die Sekret ist im kirchlichen Kontext als stilles Gebet üblich und beruht ebenfalls auf der Bedeutung von „heimlich“.
  • Das verwandte Verb (Tätigkeitswort) sekretieren stand ebenfalls zunächst für das Versiegeln und die Geheimhaltung von Dokumenten (15. Jahrhundert) und erst später (19. Jahrhundert) für das Absondern von Flüssigkeiten.
  • Die Begriffe Sekretarius und Sekretar gelangten im 18. Jahrhundert ins Deutsche – beruhend auf dem spätlateinischen Original „sēcrētārius“ („Geschäfts- oder Abteilungsleiter“).

Doch zurück zu unseren drei Begriffen:

  • Sekretär (17. Jahrhundert, Bedeutung als Möbelstück im 18. Jahrhundert), von Französisch „secrétaire“
  • Sekretariat (17. Jahrhundert), von Französisch „secrétariat“
  • Sekretärin (19. Jahrhundert), die weibliche Genusdifferenzierung bei Berufen

Besonders ist, dass diese drei Wörter zwar auf lateinischen Ausdrücken beruhen, aber den Umweg über das Französische gemacht haben.

Übersicht der Bedeutungen aller verwandten Wörter von „Sekretariat“. (Quelle: DWDS)

Tipp: Sowohl die Worte sekret, das/die Sekret (nicht medizinisch), Sekretion, sekretieren, Sekretarius und Sekretar gelten als gehoben, veraltet und außerhalb von geeigneten Kontexten nicht empfehlenswert. Nur die drei französischen Lehnwörter sowie Sekret im medizinischen Sinne können heutzutage problemlos in der Standardsprache verwendet werden.

  • Ich halte es aber nicht für ausgeschlossen, daß [sic.] sich eine solche etwa doch noch in besonderen, sekreten Akten befindet […].
    (Berliner Tageblatt, 1905)
  • 1963, auf dem II. Parteitag, wurde er zum Sekretar des ZK gewählt.
    (Archiv der Gegenwart, 1978)

Warum ist „Sekreteriat“ falsch?

Nach diesem kurzen etymologischen Exkurs wissen wir, dass nahezu alle erwähnten lateinischen Entlehnungen mittlerweile überholt sind. Lediglich Sekret – dessen Schreibung nicht so schwierig ist – und die drei Fremdwörter französischen Ursprungs sind gängig.

Und hier liegt auch die Erklärung der unterschiedlichen Vokale. Der französische Doppelvokal „ai“ wird fast identisch mit dem deutschen „ä“ (/ɛː/) ausgesprochen, während das französische „a“ einfach ins Deutsche übernommen werden kann.

Lassen Sie sich nicht beirren, da Sekretariat bereits zwei „e“ enthält: Ein drittes Mal ist der Buchstabe nicht nötig. Merken Sie sich die korrekte Schreibweise so:

Zweimal „e“ und zweimal „a“.

Der Sekretär und die Sekretärin schreiben sich mit zweimal „e“ und einem „ä“, was bei einer klaren Aussprache auch zu hören ist.

Bei Unklarheiten wie diesen kann mein intelligenter Schreibassistent LanguageTool helfen, damit sich meine Texte bezüglich Rechtschreibung, korrekter Zeichensetzung sowie einer überzeugenden Wortwahl sehen lassen können. Gleich in mehreren Sprachen und kostenlos prüft das Tool jegliche Art von Text – besser als jedes Sekretariat.

SEKRET ...

  • är
  • ärin
  • ariat