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Warum die Rechtschreibung zu Recht so heißt

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Wir erklären, warum die Schreibung „zurecht“ meist falsch ist (richtig: „zu Recht“) und warum wir „recht haben“ eher empfehlen als „Recht haben“.

Zurecht vs. zu Recht | recht haben vs. Recht haben
Zum Thema „Recht“ gibt es gleich zwei beliebte Rechtschreibfehler.
Richtige Schreibweise

  • Als einzelne Wörter gibt es sowohl das Nomen das „Recht“ als auch das Adjektiv/Adverb „recht“. „Rechts“ schreibt sich als Richtungsangabe immer klein.
  • In Verbindung mit „zu“ wird „Recht“ groß- und getrennt davon geschrieben: zu Recht. Nur in Verbindung mit gewissen Verben ist die Schreibweise zurecht korrekt (zurechtkommen).
  • Wird das Wort mit den Verben haben, geben oder behalten kombiniert, sind „recht“ und „Recht“ korrekt (immer getrennt vom Verb). Wir empfehlen die Kleinschreibung:
      Du hast recht.
  • Bei allen anderen Verbindungen können wir uns die Groß- und Kleinschreibung nicht aussuchen, hier entscheidet immer der Einzelfall:
      Nach dem Rechten sehen.
      ○ Aber: Das soll mir recht sein.

„Recht“ und „recht“ in ihren Grundformen

Hin und wieder muss ich zugegebenermaßen Rechtschreibfälle öfter nachschlagen, bis ich einige Schreibweisen – besonders in der Groß- und Kleinschreibung – auch wirklich verinnerlichen kann. Bestes Beispiel dafür ist zurecht oder zu Recht bzw. recht haben versus Recht haben. Nach nochmaligem Nachsehen möchte ich diese Fragen nun beantworten.

Die Schwierigkeit der möglichen Schreibungen kommt nicht von ungefähr, denn es gibt das Wort recht / Recht sowohl als großgeschriebenes Nomen als auch als kleingeschriebenes Adjektiv oder Adverb.

Vergleichen Sie:

  1. Sie haben das Recht zu schweigen.
  2. Das ist mir ganz recht.
  3. Der Film war doch recht gut.

Im ersten Satz ist von dem Recht als Nomen die Rede, daher wird es großgeschrieben. Damit verwandt finden wir noch weitere Hauptwörter:

Grundrechte, Sorgerecht, Urheberrecht etc.
die (politische) Rechte, die Rechten (als nominalisierte Adjektive)

Im zweiten Satz sehen wir das Adjektiv recht. Dieses bedeutet „erwünscht“, „passend“, „geeignet“ oder „richtig“. Recht und richtig besitzen übrigens eine gemeinsame Wortherkunft, ebenso wie gerecht, rechtens und sogar gerade. Recht kommt als Adjektiv in vielen Komposita (zusammengesetzten Nomen) vor: rechtschaffen, aufrechterhalten, rechtgläubig etc.

Im dritten Satz steht recht als Adverb. Dabei bedeutet es so viel wie „ziemlich“ oder „ganz schön“. Durch ein zusätzliches „-s“ lässt sich das Adverb rechts bilden, welches das Gegenteil von links darstellt. Dieses wird ebenfalls kleingeschrieben.


„Zurecht“ versus „zu Recht“ – welches ist korrekt?

Wenn wir sagen möchten, dass etwas rechtens oder passend passiert, können wir die Wendung zu Recht einsetzen.

Zu Recht haben Sie dich befördert!
So kam die Erfindung zu Recht zu ihrem Namen.
Das geschieht euch ganz zu Recht.

Diese Formulierung steht immer auseinander und ist mit dem Nomen Recht zu schreiben, damit sie sich in andere Floskeln einreihen kann:

im Recht (sein), mit Recht, ohne Recht, zu Unrecht

Zurecht gibt es heutzutage als einzelnes Wort nicht mehr.

Das geschieht euch ganz zurecht.

Allerdings finden wir es noch als Präfix (Vorsilbe) für einige Verben. Werden die Verben in manchen Zeiten getrennt, steht das Wort zurecht doch allein – als Verbklammer ausschließlich am Ende des Satzes oder Teilsatzes.

Ich muss mich erst noch zurechtmachen.
Als du sie zurechtgewiesen hast, wie hat sie das aufgenommen?
Wir kommen mit den neuen Kollegen gut zurecht.

„Recht haben“ vs. „recht haben“ – wird es groß- oder kleingeschrieben?

Da, wie zuvor gesehen, die Großschreibung von Recht genauso richtig ist wie die Kleinschreibung, stellt sich bei den folgenden Formulierungen die Frage nach der korrekten Schreibweise:

Da geben Sie mir doch recht / Recht, oder?
Ja, da hast du recht / Recht behalten. Es hat wirklich heute geregnet.
Wenn ich dir jetzt recht / Recht gebe, ist dann Schluss mit der Diskussion?

Nach neuer deutscher Rechtschreibung gelten je beide Schreibungen von recht / Recht geben, recht / Recht behalten und recht / Recht geben als korrekt. Trotzdem empfehlen wir die Kleinschreibung von recht, da die Bedeutung der Floskeln näher am Adjektiv liegt als an der Bedeutung des Nomens Recht (als Synonym von Berechtigung).

Selbst wenn wir also solche Grenzfälle der deutschen Groß- und Kleinschreibung nachschlagen, heißt das nicht, dass wir eine klare und praktische Antwort erhalten. Schließlich gibt es Formulierungen, in denen mehrere Alternativen korrekt sind. Dann ist es  praktisch, einen intelligenten Schreibassistenten wie LanguageTool an der Hand zu haben.

In über 20 Sprachen hilft er mir bei Rechtschreibung, Grammatik und der rechten / richtigen Wortwahl. Stil und Ausdruck sind nämlich oft keine Frage der Sprachrichtigkeit, sondern von Empfehlungen, die oft nur in der Premiumversion angezeigt werden. Mithilfe von blauen Unterstreichungen weist mich das Tool auf den rechten Weg bei meinen Texten.

Merken Sie sich, das nur „zu Recht“ richtig ist, da es auch nur „zu Unrecht“ heißt.
Heißt es „zurecht“ oder „zu Recht“?
Bei recht haben, recht geben und recht behalten empfehlen wir die Kleinschreibung.
Bei welchen Verben können wir uns die Groß- und Kleinschreibung von „recht / Recht“ aussuchen?
Groß- und Kleinschreibung von weiteren Redewendungen oder festen Wendungen mit „recht“ / „Recht“

  • Kleinschreibung: das Herz am rechten Fleck, der rechte Umgang, es allen recht machen, rechter Winkel, die rechte Seite, erst recht, gerade recht, sei recht herzlich gegrüßt, jemanden recht sein, etwas will nicht recht, soll jemanden recht sein, recht und schlecht, recht hören, recht in der Annahme, auf dem rechten Weg sein, sich recht entsinnen, jedes Mittel recht sein etc.
  • Großschreibung: nach dem Rechten sehen, mit Fug und Recht, Recht vor Gnade ergehen lassen, Recht sprechen, Recht bekommen / erhalten, zu seinem Recht kommen, gleiches Recht für alle, auf sein Recht pochen / bestehen, Recht anwenden, Recht verletzten, Recht an / auf / für … etc.


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