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Benötigen wir eine Erklärung zum Gebrauch von „brauchen“?

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Das Verb „brauchen“ wirkt umgangssprachlich. Wir erklären, wie Sie es durch „benötigen“ und „müssen“ ersetzen, um Ihren Sprachstil zu verbessern.

Brauchen vs. benötigen
Ein weiterer Fall von formellen und informellen Synonymen.
Richtige Wortwahl – Drei Tipps

  • Ersetzen Sie das umgangssprachliche brauchen durch das stilistisch bessere benötigen.
  • Benutzen Sie brauchen als Hilfsverb nur mit einem zu vor dem Infinitiv oder verwenden Sie lieber gleich müssen.
  • Gebrauchen, verbrauchen und aufbrauchen sind stilistisch unbedenklich.


Sind „brauchen“ und „benötigen“ Synonyme?

Haben ist besser als Brauchen.

Diese Lebensweisheit lässt sich in erster Linie auf Besitztümer übertragen: Geld, Immobilien und andere Statussymbole. Besitz ist besser als Bedarf. Doch rein sprachlich betrachtet ist der Satz nicht ganz sinnstiftend: Inwieweit ist haben ein besseres Verb als brauchen? Aus der Perspektive der Wortbedeutung schlagen wir daher drei andere Phrasen vor:

Benötigen ist besser als Brauchen.
Müssen ist besser als Brauchen.
Ge-, Ver-, Aufbrauchen ist besser als Brauchen.

Wir erklären, warum diese sprachlich gesehen mehr Sinn ergeben und warum benötigen und brauchen synonym zueinander sind.


„Benötigen“ versus „brauchen“

Das Verb brauchen bedeutet so viel wie etwas „nötig haben“, „als notwendig ansehen“ oder „bedürfen“.

Wir brauchen noch ein Geschenk.
Mit dem Auto brauchst du bestimmt drei Stunden bis in die Berge.
Vor dem flächendeckenden Stromnetz brauchten die Menschen mehr Kerzen als heutzutage.

Da die oben stehenden Wendungen jedoch sperrig und ungewöhnlich sind, empfehlen wir, das umgangssprachliche brauchen durch benötigen zu ersetzen. Dies ist etwas gehobener und stilistisch die bessere Wahl – besonders in der Schriftsprache.

Wir benötigen noch ein Geschenk.
Mit dem Auto benötigst du bestimmt drei Stunden bis in die Berge.
Vor dem flächendeckenden Stromnetz benötigten die Menschen mehr Kerzen als heutzutage.

Derartige Feinheiten der Wortwahl werten Ihren Text stilistisch auf. Wenn Sie brauchen verwenden, wirkt das fast immer flapsig und nicht formell. Um bei solchen Wortpaaren immer auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir die Verwendung des intelligenten Schreibassistenten LanguageTool. In mehr als 30 Sprachen kann er Ihnen bei Rechtschreibfehlern, Grammatikregeln sowie eben dem sprachlichen Ausdruck aushelfen. Probieren Sie ihn direkt aus!


„Brauchen“ versus „müssen“

Die Konstruktion brauchen + Infinitiv gilt ebenso als umgangssprachlich. Das modale Hilfsverb müssen hat dieselbe Bedeutung. Trotz häufiger Benutzung empfehlen wir die Ersetzung durch müssen + Infinitiv in allen (formellen und schriftlichen) Kontexten.

Statt

Wir brauchen dir das nicht erzählen.

Lieber

Wir müssen dir das nicht erzählen.

Alternativ hilft bereits ein eingeschobenes zu, denn die Konstruktion brauchen + zu + Infinitiv ist stilistisch näher an der Standardsprache.

Und statt

Wir brauchen das nicht tun.

Doch lieber

Wir brauchen das nicht zu tun.

Ein alter und leicht verwirrender Merkspruch drückt diesen Vorschlag aus:

Wer brauchen nicht mit zu gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen.

In anderen Fällen ist auch die Ersetzung durch die Konstruktion haben + zu + Infinitiv oder das Hilfsverb dürfen möglich.

Vermeiden Sie

Sag mir nicht, was ich tun und lassen brauche.

Sagen Sie lieber

Sag mir nicht, was ich zu tun und zu lassen habe.

Oder

Sag mir nicht, was ich tun und lassen darf.

Brauchen + Infinitiv oder brauchen + zu + Infinitiv
Der neue Merkspruch besagt auch: „brauchen“ + „zu“ + Infinitiv und ist einfacher zu merken.

„Brauchen“ mit den Vorsilben „ge-“, „ver-“ und „auf-“

Der Grundsatz, brauchen ist kein empfehlenswerter Stil ist, besteht übrigens nur für die Grundform. Sobald Sie brauchen um ein Präfix (Vorsilbe) erweitern, ist es gar nicht mehr möglich, benötigen oder haben einzusetzen.

Einige alltägliche Dinge wie Lebensmittel oder Hygieneartikel verbrauchen wir, während wir Objekte wie Möbel oder Kleidung eher gebrauchen.
Einige alltägliche Dinge wie Lebensmittel oder Hygieneartikel benötigen wir, während wir Objekte wie Möbel oder Kleidung eher müssen.

Wenn Sie also das nächste Mal überlegen, was andere alles haben, bedenken Sie doch auch, was diese dafür benötigt haben, um dahin zu kommen und was sie dafür tun müssen, um auch auf der Haben-Seite zu stehen.


Zusammenfassung

  • Brauchen bei Notwendigkeiten oder Bedarf (bezieht sich auf ein Nomen)
    → Ersetzung durch benötigen
  • Brauchen bei notwendigen Aktionen (als Hilfsverb mit nachstehendem Infinitiv)
    → Verwendung von zu oder Ersetzen durch müssen
  • Brauchen mit kleineren Bedeutungsunterschieden
    → Anhängen der Präfixe „ge-“, „ver-“ und „auf-“


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