Schreiben Sie professioneller und vermeiden Sie Grammatik-, Stil- und Zeichensetzungsfehler

Jetzt kostenlos starten
Zurück zur Übersicht

Wieso ist „warum“ nicht dasselbe wie „weswegen“?

powered by LanguageTool

Sind die Fragewörter „wieso“, „weshalb“ und „warum“ wirklich synonym oder besitzen sie Bedeutungsunterschiede?

Wieso, weshalb, warum, weswegen
Aus welchem Grund gibt es drei (bzw. vier) Begriffe für dasselbe?
Richtige Wortwahl

  • Wieso, weshalb und warum sind Synonyme. Das heißt, wir können sie nach Belieben miteinander tauschen.
  • Weswegen / aus welchem Grund können manchmal auch an ihrer Stelle verwendet werden.
  • Die Unterschiede zwischen den Fragewörtern betreffen nur Nuancen und die Beliebtheit. Warum ist mit Abstand die am häufigsten vorkommende Option.


Wieso, weshalb, warum?

Zu meinen liebsten Kinderserien zählte auf jeden Fall die „Sesamstraße“. Inzwischen zähle ich mich nicht mehr zu den regelmäßigen Zuschauern, aber einige Lebensweisheiten sind auch im Erwachsenenalter spannend. Nehmen wir beispielsweise den Vorspann. Dort heißt es:

Der, die, das […] wer, wie, was […], wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!

Der Titelsong der Sesamstraße: „Wieso, weshalb, warum?“ 

Da wir nun wirklich nicht dumm bleiben wollen, dürfen wir uns zu Recht fragen: Gibt es einen Unterschied zwischen den Fragewörtern wieso, weshalb und warum? Wenn es nämlich keinerlei Bedeutungsunterschiede gibt, können wir nämlich behaupten, dass die Begriffe synonym zueinander sind.


Die Gemeinsamkeiten von „wieso“, „weshalb“, „warum“ (und „weswegen“)

Laut diverser Quellen können wir auch noch das Wort weswegen oder die Formulierung aus welchem Grund hinsichtlich dieser Bedeutungsunterscheidung untersuchen. Zunächst einmal erfüllen alle fünf Optionen drei grammatische Funktionen.

1) Interrogativpronomen (Fragewörter) in direkten Fragen

Ernie: Bert, wieso siehst du so lustig aus?
Ernie: Bert, weshalb siehst du so lustig aus?
Ernie: Bert, warum siehst du so lustig aus?
Ernie: Bert, weswegen siehst du so lustig aus?
Ernie: Bert, aus welchem Grund siehst du so lustig aus?

2) Interrogativpronomen (Fragewörter) in indirekten Fragen.

Ernie fragte Bert, wieso er so lustig aussah.
Ernie fragte Bert, weshalb er so lustig aussah.
Ernie fragte Bert, warum er so lustig aussah.
Ernie fragte Bert, weswegen er so lustig aussah.
Ernie fragte Bert, aus welchem Grund er so lustig aussah.

3) Relativpronomen

Ernie stellte sich die Frage, wieso Bert so lustig aussah.
Ernie stellte sich die Frage, weshalb Bert so lustig aussah.
Ernie stellte sich die Frage, warum Bert so lustig aussah.
Ernie stellte sich die Frage, weswegen Bert so lustig aussah.
Ernie stellte sich die Frage, aus welchem Grund Bert so lustig aussah.

Wie wir feststellen können, gibt es keinen wirklichen Unterschied innerhalb der Sätze. Aus welchem Grund wirkt etwas umständlich und gehoben. Deshalb lassen wir diese Alternative im Folgenden außen vor.


Die Unterschiede von „wieso“, „weshalb“, „warum“ (und „weswegen“)

Obwohl die vier Fragepronomen als Synonyme eingestuft werden können, gibt es minimale Unterschiede in ihrer Benutzung.

1) Gemäß einigen Quellen erscheint weshalb etwas unmodern, weswegen wirkt hingegen etwas förmlicher als seine Alternativen.

2) Wieso kann durch die Betonung von Natur aus etwas mehr Überraschung transportieren. Dies ist äußerst kontextabhängig.

Wieso das? | Warum das? | Weshalb das?

3) Weswegen und weshalb können auch als Konjunktion zwei Sätze miteinander verbinden.

Bert hat eine rote Nase auf, weswegen Ernie sich wundert.
Bert hat eine rote Nase auf, weshalb Ernie sich wundert.

4) Nur drei der vier vorgestellten Pronomen haben eine direkte Antwort.

Darum. Deshalb. Deswegen. (Wieso hat keinen solchen Partner.)

Diese Wörter können sowohl die Rolle eines Partikels als auch die einer Konjunktion einnehmen.

Der größte Unterschied zwischen den Fragepronomen besteht jedoch aus unterschiedlichen Häufigkeiten.

Die Häufigkeiten von „wieso“, „weshalb“, „warum“ und „weswegen“.
Warum wird am meisten verwendet – gefolgt von weshalb, weswegen und wieso. Quelle: DWDS

Bei den Gegenstücken zeigt sich hingegen nicht so eine deutliche Tendenz.

Die Häufigkeiten von „deshalb“, „darum“ und „deswegen“.
Darum kommt am häufigsten vor – gefolgt von deshalb und deswegen. Quelle: DWDS

Ganz im Sinne der Sesamstraße sollten wir alle stets neugierig bleiben und natürlich weiterhin diesen Blog lesen. Doch die bloße Benutzung von LanguageTool – Ihrem neuen Schreibassistenten in über 30 Sprachen – reichert Ihr Wissen über Rechtschreibung, Grammatik und Sprachstil sichtlich an. Lesen Sie sich daher die Erklärungstexte der gezeigten Korrekturen durch, um den Fehler in Zukunft zu umgehen. In allen anderen Fällen fragen Sie direkt nach dem Wieso / Weshalb / Warum.

Zusammenfassend

  • Als Interrogativ- und Relativpronomen haben wieso, weshalb und warum keinen Bedeutungsunterschied. Warum ist das beliebteste Synonym.
  • Oft kann auch weswegen (oder aus welchem Grund) stattdessen verwendet werden, allerdings kann dieses Wort auch als verbindende Konjunktion auftreten.
  • Achten Sie beim Schreiben auf eine abwechslungsreiche Wortwahl und benutzen Sie auch – je nach Anlass – umgangssprachliche oder formellere Alternativen.


Entfesseln Sie Ihre Schreibkünste mit LanguageTool

Viel mehr als nur Grammatik- und Rechtschreibprüfung: Beeindrucken Sie Ihre Leser mit einer klaren, präzisen und stilistisch ausgefeilten Ausdrucksweise.

Jetzt kostenlos mit LanguageTool starten
Wir begrüßen Ihr Feedback

Wir haben einen Fehler gemacht, ein wichtiges Detail vergessen oder es nicht geschafft, den Punkt zu treffen? Helfen wir uns gegenseitig, unsere Texte zu verbessern.