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Farbenfroh, unterschiedlich und grell – Die bunte Welt der Farbbegriffe

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Wie schreiben sich Farbbezeichnungen? Wir beleuchten die bunte Welt der Deklination, Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Groß- und Kleinschreibung von Farben.

Korrekte Schreibung von Farben
Wir sprechen oft über Farben, doch kennen wir ihre korrekte Rechtschreibung?
Drei Faustregeln zu Farbwörtern

  1. Nur Grundfarben (rot, blau, schwarz etc.) können normal dekliniert werden. Verwenden Sie die Endungen „-farbig“ oder „-farben“ bei exotischeren Farbtönen wie lila, violett, orange, beige oder oliv.
  2. Wird eine Grundfarbe durch ein vorangestellten Begriff spezifiziert, ist die Konstruktion zusammenzuschreiben. Bindestriche stehen für eine „und“-Verbindung. Farben und Partizipien werden getrennt.
  3. Farben werden als Adjektive kleingeschrieben (Wie ist etwas?). Nominalisiert werden Sie allerdings großgeschrieben (Was macht / ist etwas?). Präpositionen und ein das sind Signalwörter für eine Nominalisierung.


Die Farblehre als Rechtschreibproblem

Neulich half ich beim Zimmerstreichen. Doch nachdem ich mit einer Wand fertig war, bemerkte ich, dass das neue Weiß ein anderer Farbton als der an der Decke war. Denn viele wissen: Farbe ist nicht gleich Farbe. Und genau so sieht es auch bei ihrer Rechtschreibung aus. Im Folgenden stellen wir Ihnen vor, wieso es – auch rein sprachlich – einen Unterschied macht, eine Wand reinweiß zu streichen, sie mit Creme zu bepinseln oder sie elfenbeinfarbig zu gestalten.


Wie bilde ich korrekte Endungen von Farbadjektiven?

Bei den Adjektiven der Grundfarben blau, rot, gelb, grün und einigen weiteren Farbbezeichnungen wie weiß, schwarz, grau, golden oder braun verläuft die Beugung (Deklination) wie bei allen anderen Adjektiven.

Die blaue Wand im Wohnzimmer ist heller als die graue Wand im Schlafzimmer.
Du solltest den schwarzen Pinsel lieber auswaschen.
Die Deckkraft grüner Lackfarbe ist erstaunlich.

Etwas schwieriger verhält es sich bei den Suffixen der Adjektive orange, lila, rosa, silber, violett oder türkis. Hier gibt es standardsprachlich zwei Möglichkeiten, denn die typische Deklination wird nicht verwendet.

1) Das Farbadjektiv bleibt undekliniert.

Die lila Wand im Badezimmer gefällt mir besser als zuvor die orange.

2) An das Adjektiv wird eine der Endungen „-farbig“ oder „-farben“ gehängt. Diese können dann nach den Regeln der Deklination verändert werden. Es gibt keinen Bedeutungsunterschied zwischen den beiden Alternativen.

Wir haben den türkisfarbigen Lack benutzt.
Wir haben den türkisfarbenen Lack benutzt.

3) Umgangssprachlich oder literarisch ist es jedoch möglich, diese ungewöhnlichen Farbtöne normal zu beugen.

Die lilane Wand im Badezimmer gefällt mir besser als zuvor die orangene.
Wir haben den türkisen(en) Lack benutzt.
Vorsicht

Besonders bei aus dem Französischen stammenden Farbbegriffen wie orange oder beige neigen wir dazu, sie nach der Norm beugen zu wollen und sprechen das stumme „-e“ als Merkmal aus: [oˈrɑ̃ːʒə] statt [oˈraŋʃ].

Zudem können Sie die erwähnten Endungen auch bei ganz speziellen Farbnuancen nutzen, um unschöne oder nicht korrekte Deklinationen zu vermeiden.

Würden Sie lieber zum olivfarbenen oder apricotfarbenen Ton tendieren?
Glaubst du, das Zimmer sieht besser mit cremefarbigen oder ockerfarbigen Türen aus?
Tipp

Die Grundfarben verursachen darüber hinaus auch noch weitere Stolperfallen der deutschen Sprache. Weiß beispielsweise schreiben wir mit dem Eszett, helllila ist nur mit einem Dreierkonsonant richtig geschrieben. Um bei diesen Schwierigkeiten – und den anderen Feldern in diesem Artikel – einen guten Überblick zu haben, empfehlen wir den Schreibassistenten LanguageTool. Neben Stilverbesserungen und Grammatikanalysen kann er eben helfen, Farbbezeichnungen korrekt zu schreiben.


Schreiben sich Farben zusammen oder getrennt?

Auch in Sachen Getrennt- und Zusammenschreibung können wir einiges durch Farbtöne lernen. Wie eben gesehen, schreiben wir Farbadjektive mit den Endungen „-farbig“ oder „-farben“ stets als Kompositum zusammen. Ebenso verhält es sich bei Farben mit den Vorsilben „hell-“ und „dunkel-“.

Ich hatte genug von einem hellblauen Teppichboden. Jetzt verlege ich mir einen dunkelblauen.

Wird einer der Grundfarbtöne durch einen weiteren Wortteil genauer bestimmt, steht dieser immer zusammengeschrieben vor der Grundfarbe, die nach den Regeln von oben gebeugt wird.

Hast du noch olivgrüne, cyanblaue, cognacbraune und altrosafarbene Tusche?

Wir können mit einem Bindestrich kennzeichnen, dass etwas nicht nur einer Farbe angehört, sondern gleich mehreren.

Wer hat denn heutzutage noch rot-grüne Wände?
Die Tapete war blau-orange gestreift.
Vergleichen Sie

blau-grün (sowohl blau als auch grün) vs.
blaugrün (eine bestimmte Art von Grün mit Blauanteilen)

Kombinieren wir Farbbezeichnungen mit einem Verb oder einem Adjektiv, werden die Wörter fast immer voneinander getrennt. Dieses Phänomen können Sie speziell bei den Partizipien getüncht, gefärbt, gestrichen oder gemalt sehen. Nur in Einzelfällen (etwa blondfärben) ist die Zusammenschreibung ebenfalls korrekt. Wir empfehlen jedoch immer die Trennung von Farbadjektiv und Verb (blond färben).

Wollen Sie sich die Haare rot färben?
Die Wände wurden gestern grau gestrichen.
Grün lackierte Autos sehe ich selten.
Der Türrahmen ist schon leicht gelb angelaufen.
Farbbezeichnungen können sehr verschieden aussehen.
Während manche von uns sehr viel Wert auf Farbabstufungen legen, sehen es andere in der Farbenbezeichnung etwas pragmatischer.

Schreiben wir Farben groß oder klein?

Nachdem wir nun wissen, wie wir Farbadjektive bilden und ob wir diese von Verben und Nomen trennen müssen, widmen wir uns der Groß- und Kleinschreibung. Wie alle anderen Adjektive auch können Farbtöne nominalisiert werden. Vergleichen wir folgende Sätze:

  • Die Möbel sind gelb.
  • Die gelben Möbel sind extravagant.
  • Das Gelb der Möbel ist wirklich gewagt.

Während wir im ersten Satz fragen können, wie die Möbel sind – nämlich gelb –, müssen wir nach dem Gelb im zweiten Satz mit einem Was fragen: Was ist gewagt? Daraus leitet sich folgende Regel ab.

  • Kleinschreibung der Farbe (Adjektiv): Wie ist etwas?
  • Großschreibung der Farbe (Nomen): Was macht / ist etwas?
Das Hochzeitskleid war weiß. (→ Wie?)
Sie trug zu ihrer Hochzeit Weiß. (→ Was?)
Ich mag deine blauen Augen. (→ Wie?)
Ich mag das Blau in deinen Augen. (→ Was?)
Deine Einrichtung ist etwas zu rot. (→ Wie?)
Zu viel Rot tut der Wohnung nicht gut. (→ Was?)
Hinweis

Achten Sie neben dem Artikel das auch auf Präpositionen! Wird eine Farbe in Kombination mit den Präpositionen auf, in, mit sowie bei verwendet, ist die Farbe großzuschreiben.

Willst du Blau mit Lila kombinieren?
Haben Sie das auch in Orange?
Gehen nur bei Grün, Stehenbleiben bei Rot.
Gut, dass die Ampel noch auf Gelb stand.

Erfahren Sie darüber hinaus in unserem anderen Artikel alles zur Groß- und Kleinschreibung von Farbsprichwörtern und Wendungen mit Farben.

Zusammenfassend

  • Adjektivdeklination:
    Grundlegende Farben (rot, blau, gelb) können normal gebeugt werden, bei exotischeren Farbbezeichnungen helfen die Suffixe „-farbig“ und „-farben“. Umgangssprachlich finden wir jedoch auch Formen wie orangene, lilanes, silbernen.
  • Getrennt- und Zusammenschreibung:
    1) Spezielle Farbnuancen (ockerbraun, zinnoberrot, grasgrün) werden zusammengeschrieben.
    2) Adjektivverbindungen aus zwei Farben (blau-orange, silber-gold) werden mit einem Bindestrich versehen.
    3) Farben und Verben (Partizipien) werden getrennt (rot streichen, schwarz gekleidet, silbergrau getönt).
  • Groß- und Kleinschreibung:
    Farben werden als Adjektive klein- und als nominalisierte Wörter großgeschrieben.
    Mit dem schwarzen Jeton setzte ich alles auf Rot.
    Hast du noch etwas Violett für mein hellblaues Bild?

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