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Füllwörter sind ja wohl kein Problem für mich

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Füllwörter sind in unserer Sprache ganz normal. Wir erklären, warum sie problematisch sein können und wie Sie diese aus Ihren Texten streichen.

Füllwörter vermeiden
Eine aussagekräftige Nachricht können wir schnell mit Füllwörtern stilistisch verschlechtern.

Was sind Füllwörter?

Schauen wir uns folgenden Satz an:

Eigentlich ist das doch nur ein normaler deutscher Satz.

Jetzt könnten wir meinen: alles richtig geschrieben, keine grammatikalischen Auffälligkeiten und jedes Wort da, wo es hingehört. Um besonders präzise zu schreiben, bedarf es aber etwas stilistischen Feingefühls, denn der Satz steckt voller Füllwörter, die wir in einem formellen oder standardsprachlichen Text nicht wollen.

Füllwörter sind meist Adverbien, Konjunktionen oder Partikeln, die wenig Eigenbedeutung haben. Sie verstärken und relativieren Aussagen. Trotzdem benutzen wir sie tagtäglich – oft ohne uns dessen bewusst zu sein.

Eigentlich ist das doch nur ein normaler deutscher Satz.
(Vgl.: Das ist ein normaler deutscher Satz.)

Bei erneuter Betrachtung fällt auf, dass sogar drei Füllwörter den wahren Sinn der Aussage nicht modifizieren, sondern die Meinung der Sprecherpartei sowie einen Nachdruck verleihen. Im Einzelnen heißt das:

Eigentlich: Dieser Zusatz relativiert die Aussage. Den Zuhörenden wird klargemacht, dass die Botschaft auf den ersten Blick stimmt, aber dies entgegen der verbreiteten Annahme steht. Es ist eigentlich so, aber wie ist es denn uneigentlich?

Doch: Ließen wir das doch weg, ginge der Nachdruck der Botschaft verloren. Der Satz benötigt jedoch keine Betonung, damit die Aussage richtig ist.

Nur: Die Zuschreibung, der Satz wäre nur so, stuft die Aussagekraft herab. Es wird nicht gesagt, die Botschaft sei unsicher oder nur anteilig zutreffend, sondern auch nichts weiter als nicht wahr. Die Zuhörenden dürfen sich zu Recht fragen: „Muss ich der Nachricht Aufmerksamkeit schenken und auf sie reagieren?“

Insgesamt ist der Satz korrekt und er kommt in alltäglichen Gesprächen zuhauf vor, in Texten verwässern die Füllwörter allerdings eine klare Aussage und einen reibungslosen Verständnisfluss. Darum befürworten wir ein Weglassen der Füllwörter durch die unteren Schritte. Bei folgenden Textformen schlagen wir einen klaren Schreibstil vor:

  • Akademische Texte (Fachliteratur, schulischer und universitärer Kontext)
  • Technische Texte (Rezepte, Anleitungen etc.)
  • Distanzierte Texte (Geschäftliche E-Mails, Bewerbungen, Kündigungen etc.)
  • Formale Texte (Essays, Kommentare, Zeitungs- und Blogartikel)

Schritt 1: Füllwörter richtig erkennen

Es ist gar nicht einfach, unnötige Füllwörter richtig zu bemerken, um diese dann zu streichen. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung, ob ein Wort eine sprachliche Funktion (nicht überflüssig) hat oder es lediglich kommunikative Zwecke (darf weggelassen werden) erfüllt. Folgende Konstruktionen können eine potenzielle Falle sein.

Konjunktion Adverb (Modal-)Partikel
auch schon ja
denn nur doch
nun bloß halt
mal etwa
erstmal eben
ruhig gar
eigentlich eh
zumindest wohl
gleich sicher
durchaus
selbstverständlich
natürlich

Betrachten wir folgende Beispiele.

1. Das habe ich dir schon gesagt. |
Sie war schon immer eine aufgeweckte Person.
2. Das kann doch nicht sein! |
Das kann nicht sein. – Doch.
3. Warum kann ich das denn nicht?  |
Mach das besser du, denn ich kann das nicht.
4. Wir wollten Ihnen bloß helfen. |
Ich habe es mit bloßem Auge gesehen.

Hieraus lassen sich einige Faustregeln ableiten, um zu wissen, dass es sich bei den fraglichen Worten nicht um Füllwörter handelt.

  1. Wenn ein potenzielles Füllwort eine Verbindung mit einem anderen Adverb oder einer anderen Konjunktion eingeht (z. B. schon immer).
  2. Wenn das potenzielle Füllwort allein steht und als Antwort dient (z. B. doch).
  3. Wenn das potenzielle Füllwort auf ein Komma folgt. Würden wir es weglassen, wäre das Ergebnis zudem nicht grammatikalisch korrekt (z. B. denn).
  4. Wenn das potenzielle Füllwort als andere Wortart verwendet wird (z. B. bloßem als Adjektiv).

Tipp

Achten Sie zudem auf mündliche Sprachausdrücke, wie eh oder erstmal. Diese Partikeln sollten als Modalwort ausdrücklich nur in gesprochenen und informellen Kontexten verwendet werden. In Texten können Sie solche Interjektionen und Floskeln in jedem Kontext streichen.

Je nach Quelle können auch noch weitere Begrifflichkeiten als Füllwörter gewertet werden.

Füllwörter - Liste mit Wörtern, die du aus Texten streichen kannst
Diese Begriffe solltest du aus deinen Texten entfernen. Oder sie durch treffendere Formulierungen ersetzen. Dein Text wird besser. Weiter »
Füllwörter, Blähwörter oder Verstärker – unterschiedliche Quellen verwenden verschiedene Begriffe.

Schritt 2: Modalwörter streichen oder umformulieren

Die einfachste Variante, Texte so prägnant und deutlich wie möglich zu verfassen, ist es, erst keine Füllwörter zu verwenden. Trotzdem sind uns diese unliebsamen Floskeln zu vertraut und daher kann es gut vorkommen, dass Ihre finale Version noch voller verzichtbarer Füllwörter steckt. Da hilft nur eins: überarbeiten.

In den meisten Fällen können Sie den Rotstift herausholen und das Wortstyropor wegstreichen, ohne die Satzstruktur ändern zu müssen. Daran sehen wir, dass sie keine grammatische Funktion haben, sondern nur die Kommunikation beeinflussen. Wie beim oberen Satz gesehen, muss aber in anderen Fällen auch die Satzreihenfolge angepasst werden.

Beim Finden von Füllwörtern kann der intelligente Schreibassistent LanguageTool eine Hilfe bieten. Er unterstreicht die zu verbessernde Stelle im Text und gibt Ihnen eine Erklärung, warum sie stilistisch – oder grammatikalisch – verbessert werden sollte.

Eine weitere, etwas aufwändigere Methode ist die Verbesserung des Inhalts. Vage Aussagen mit ziemlich, im Grunde oder etwa machen Ihre Aussage nicht nur unklar, sondern sie nehmen ihr die Wirkung. Ich verdeutliche das an folgenden Beispielen:

Prinzipiell war die E-Mail in Ordnung.

→ Die E-Mail war in Ordnung, allerdings fielen mir noch drei Unklarheiten und zwei Fehler auf.

Eigentlich essen wir immer um Punkt 19 Uhr.

→ Ich finde es schade, dass wir heute unsere verabredete Essenszeit deinetwegen nicht einhalten konnten. Bitte denk morgen daran.

In gewisser Weise haben Sie recht, Frau Müller.

→  Wir können nachvollziehen, dass viele Ihnen recht geben möchten, Frau Müller. Allerdings haben wir noch Zweifel angesichts der vorgeschlagenen Durchführung.

Diese Methode verkürzt Ihren Text zwar nicht, aber Ihre Leserschaft wird von einer genaueren Beschreibung profitieren. Derartige Füllwörter lassen zu viel Spielraum dafür, inwieweit die Aussagen verschleiert und von der Zielgruppe richtig verstanden werden können.


Schritt 3: Ausnahmen erkennen und gezielt einsetzen

Wir müssen uns bewusst machen, dass die Füllwörter für einen präzisen und klaren Schreibstil gestrichen werden sollten. Allerdings gibt es Ausnahmen zu dieser Idealvorstellung.

  • Informelle und private Gespräche (keine Reden, Präsentationen etc.)
  • Informelle Texte (Textnachrichten, Kurztexte auf sozialen Medien)
  • Literarische Texte
  • Texte, in denen Dialoge vorkommen

Dieses Vorkommen in gesprochener Sprache können Sie sich sogar zunutze machen, indem Sie Füllwörter vereinzelt in Ihre Dialoge einbauen, um diese echter zu gestalten.

Es ist kein Problem, ein Füllwort in Ihrem Text stehenzulassen. Wenn Sie sie sporadisch einsetzen, erhalten die Füllwörter ihre ursprüngliche Aussagekraft zurück und der Nachdruck kommt umso besser zur Geltung.

Denn Sie wissen ja schon: Eigentlich sollten wir durchaus Füllwörter vermeiden, damit die Aussage erstmal klar und unmissverständlich bleibt. Aber es ist halt doch wirklich schwer, alle Füllwörter auch nur zu erkennen.

Dieser Blogartikel hilft:

Denn Sie wissen: Füllwörter sind zu vermeiden, damit die Aussage klar und unmissverständlich bleibt. Es ist jedoch schwer, alle Füllwörter auf Anhieb zu erkennen.

Zusammenfassend

  • Je formeller ein Text sein soll, desto weniger Füllwörter sollten vorkommen.
  • Füllwörter (ja, halt, auch, doch, schon, denn, etwa, nur, bloß, eben, mal, gar, ruhig, eigentlich, eh, nun, erstmal, gleich, zumindest, wohl, durchaus, sicher) sind aufblähende, relativierende oder verzichtbare Wörter, die eine Aussage unnötig verstärken oder verallgemeinern sollen.
  • Sie können Füllwörter oft streichen. Teilweise muss der Satz umstrukturiert werden. In einigen Fällen ist eine tiefergehende Erklärung angeraten.


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