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An die Kinder und Erwachsenen, wir bestaunen den Plural!

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Wir zeigen, dass die Pluralbildung im Deutschen nur bedingt strikten Regeln folgt.

Regelmäßige Pluralbildung
Die Pluralbildung im Deutschen – eine Geschichte aus fünf Kapiteln.
Richtige Bildung des Plurals

  • Singular +en: oft bei weiblichen Nomen (die Frau – die Frauen)
  • Singular +er: meist bei sächlichen Nomen (das Kind – die Kinder)
  • Singular +e: oft bei männlichen Nomen (der Kerl – die Kerle)
  • Singular +s: besonders bei Fremdwörtern oder Nomen mit Vokalendung (das Auto – die Autos)
  • Singular = Plural: (das Mädchen, der Enkeldie Mädchen, die Enkel)

Leider folgt die Pluralbildung keinen durchgängigen Regeln und somit sind diese Faustregeln wirklich nur Tendenzen!


Der Zoo der Pluralformen

Neulich war ich seit Langem wieder im Zoo. Mir ist nie zuvor aufgefallen, dass es dort neben einer sehr vielseitigen Tierwelt auch ein sprachliches Potenzial gibt. Mein Ausflug also stand unter dem Zeichen Pluralbildung im Deutschen.

Scheinbar herrschte im ganzen Zoo an diesem Tag strenge Geschlechtertrennung; männliche, weibliche und neutrale Jungtiere fand ich zwar in fast allen der fünf Großgehege, allerdings blieben die Tierarten nur jeweils unter sich. Am Eingang wurde mir ein Flyer in die Hand gegeben. Dieser verriet mir, dass ich immer nach den Umlauten Ausschau halten solle. Ich lief los.

  • Plural 1: Das EN-Gehege

Ich war verwundert, dass sich hier sehr viele weibliche und einige männliche Tierbezeichnungen tummelten: Katzen, Ratten, Enten, Bienen, Giraffen, Ziegen, aber auch Bären, Elefanten und Affen. Nach den Jungtieren sowie nach neuen Umlauten suchte ich leider vergebens. Plötzlich standen zwei Tierärztinnen vor mir und ich wusste, wo der Umlaut der Mehrzahlbildung hin war …

  • Plural 2: Das ER-Gehege

Hier konnte ich beim besten Willen keine weiblichen Tiere finden. Ausschließlich männliche Rinder und Würmer sowie Eier und Hühner, Kälber und Lämmer gab es hier. Oh, und offenbar jede Menge Umlaute.

  • Plural 3: Das E-Gehege

Endlich! In diesem Gehege gab es männliche und weibliche Tiere sowie deren Nachwuchs. Bei den weiblichen Tierarten konnte ich ausnahmslos Umlaute erkennen: Mäuse, Läuse, Kühe und Gänse. Zudem erspähte ich den neutralen Nachwuchs der Schweine und Pferde. Die Mehrheit der Bewohner war jedoch männlich: Hunde, Fische, Haie, Pinguine, Luchse und – jeweils mit Umlaut – Füchse, Frösche und Schwäne.

  • Plural 4: Das S-Gehege

Im nächsten Gehege gab es wieder alle drei Geschlechter zu bestaunen. Es gab zwar keinerlei Umlaute weit und breit, aber alle Tiere waren sehr exotisch und fremd: Boas, Pythons und Kobras auf der einen Seite, Pumas, Kolibris, Uhus, Aras, Gorillas und Orang-Utans auf der anderen. Von den Jungtieren waren Kängurus, Lamas, Zebras und Ponys vertreten.

  • Plural 5: Das Null-Gehege

Zum Schluss meines Ausflugs kam ich an ein kleineres Gehege mit einer „0“ als Aufschrift. Wieder zeigten sich nur männliche und neutrale Tiere: Kater, Panther, Hamster, Esel, Kaninchen, Eichhörnchen, Entlein und Frettchen. Aber ich muss gestehen, ich wusste bei keiner Art, ob es mehrere Tiere oder nur eines waren, bevor ich auf dem Flyer jeweils „die“ las. Ganz zum Schluss konnte ich doch noch einige Mütter – besonders der Vögel – ausmachen und da wusste ich, es gab hier also doch ein paar Umlaut-Weibchen.


Wonach richtet sich der Plural im Deutschen?

Natürlich ist dies hier kein Biologieblog, sondern es geht immer noch um Grammatik und Rechtschreibung. Doch das Zoo-Beispiel kann uns bildlich verdeutlichen, wie unterschiedlich und willkürlich die Pluralbildung in der deutschen Sprache abläuft. Während es in anderen Sprachen eine oder zwei Endungen für die Mehrzahl von Nomen gibt, finden wir im Deutschen fünf Hauptkategorien mit je verschiedenen Endungen. Mithilfe dieser können wir den regelmäßigen Plural bilden.

Im oberen Beispiel entsprechen die fünf Gehege diesen Deklinationsgruppen. Entscheidend bei der Einteilung ist das grammatische Geschlecht der Nomen sowie deren Endungen im Singular. Die Unterscheidung der Tierarten in Männchen, Weibchen und Jungtiere entspricht der grammatischen Klassifizierung.

Grammatikalisches
Geschlecht (Genus)
Fachbegriff Begleiter (Artikel)
Weiblich Femininum Die / eine
Männlich Maskulinum Der / ein
Sächlich Neutrum Das / ein

Sehr auffällig ist die Ausbildung der Umlaute. Hier gilt generell:

  • Umlaute der Pluralform kommen in allen grammatischen Geschlechtern vor.
  • „a“ wird zu „ä“, „o“ wird zu „ö“ und „u“ wird zu „ü“.
  • Enthält die Singularform bereits einen Umlaut, bleibt dieser auch im Plural stehen.

Welche Endung benötigen wir in der Pluralbildung?

  • Zwei Möglichkeiten der Pluralbildung lassen sich direkt ausschließen; neutrale Nomen erhalten nie ein zusätzliches „-en“ und weibliche Nomen nie ein „-er“ in ihrer Pluralform.
  • Die häufigsten Fälle gibt es für: Feminina in der EN-Gruppe; Maskulina, die ein „-e“ erhalten sowie Neutra, die in ihrer Mehrzahl mit „-er“ enden.
Gruppe Feminina Maskulina Neutra Hinweise
-EN Katzen Affen / Ohne Umlaute
-ER / Rinder, Würmer Eier, Hühner Umlaute möglich
-E Mäuse Hunde, Frösche Pferde Umlaute möglich, bei weiblichen Nomen immer
-S Boas Pumas Ponys Ohne Umlaut
[Ø] Katzenmütter Esel, Vögel Kaninchen Umlaute möglich, bei weiblichen Nomen immer

Die Gruppen im Einzelnen:

  • -EN: Weibliche Nomen, die bereits in ihrer Einzahl auf „-e“, „-l“ oder „-r“ enden, erhalten in dieser Klasse nur ein „-n“ als Pluralmarkierung.
Ich hob zwei Federn der Enten auf und erkannte, dass sie zu den Drosseln gehörten.

Viele Lehnwörter aus dem Lateinischen fallen in diese Kategorie. Achten Sie dabei auf Singularendungen wie „-ung“, „-heit“, „-tät“, „-or“, „-at“ oder „-et“. Weibliche Nomen auf  „-in“ verdoppeln den Konsonanten und Wörter auf „-statt“ erhalten als einzige Gruppe den Umlaut „-ä“.

Einige Besucherinnen lauschten gespannt den Ausführungen der Universitätsprofessoren, die an diesem Tage Arbeitswerkstätten anboten.
  • -ER: Hier finden sich Maskulina und Neutra mit und ohne Umlautbildung.
Diese Tiere ernähren sich hauptsächlich durch Blätter, Körner und Gräser, die sie von Sträuchern in ihre Nester tragen.
  • -E: Neben vielen männlichen und sächlichen Nomen gehören auch einige weibliche Nomen in diese Gruppe. Bei diesen können wir immer von einem Umlaut ausgehen. Bei Begriffen auf „-nis“ wird der Endkonsonant verdoppelt:
Einige Städte verfügen über einen Zoo, in dem Sie während der Nächte nachtaktive Tiere ansehen können. Diese Erlebnisse gibt es alle halben Jahre.
  • -S: Sobald ein Nomen auf einem anderen Vokal endet als „-e“, können Sie sichergehen, dass es dieser Deklinationsgruppe angehört. Ausschlaggebend ist die Aussprache: „-a, -i, -o, -u, -y“. Auch bei Fremdwörtern (wie Anglizismen) sowie Abkürzungen wird das „-s“ als Pluralendung verwendet.
An diesem Tag waren viele Mamas mit ihren Babys, Lkws, Mofas und Pick-Ups unterwegs.
  • Bei der Nullderivation (Nullplural) ändert sich zwischen Singularform und Pluralform nichts – außer die mögliche Umlautverschiebung. Sie können den Plural daran erkennen, dass sich der jeweilige Artikel von der bzw. das zu die verändert. Feminina erhalten immer einen Umlaut. Achten Sie auf die Endungen „-chen“, „-lein“, „-el“, „-en“ oder „-er“. Neutra, die mit „Ge-“ beginnen, erhalten ebenso keine Endsilbe im Plural.
Viele Lebewesen fressen Äpfel, doch nur wir können Messer benutzen, um sie zu schälen. Ebenfalls kann kein anderes Tier Gebäude bauen.

Zusammenfassung der deutschen (regelmäßigen) Pluralbildung

Gruppe Feminina Maskulina Neutra
-EN
(Kein Umlaut)
✔️(oft) ✔️
-ER ✔️ ✔️(oft)
-E ✔️
(Umlaut immer)
✔️(oft) ✔️
-S
(Kein Umlaut)
✔️ ✔️ ✔️
[Ø] ✔️
(Umlaut immer)
✔️ ✔️

Die Zuordnung der Nomen und der Deklinationsgruppen findet größtenteils willkürlich und wenig konsequent statt. Hinzu kommen noch viele unregelmäßige Pluralformen, doppelte Bildung der Mehrzahl sowie eben die unklare Einteilung in die Gruppen. Kann ein Nomen mehrere Geschlechter haben, besitzt es fast immer nur eine Pluralform. Folgendes Beispiel verdeutlicht, dass der Schreibassistent LanguageTool dabei helfen kann, den richtigen Plural zu finden. Das kostenlose Tool korrigiert übrigens auch Grammatik und Stil, während Sie schreiben.


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