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Zwei gewöhnliche Punkte machen den gewohnten Unterschied

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Sind wir etwas „gewöhnt“ oder „gewohnt“? Oder ist das gar nicht richtig und wir haben uns „an etwas gewöhnt“ oder „gewohnt“? Wir erklären die zwei leicht zu verwechselnden Partizipien.

Gewohnt oder gewöhnt?
Gewohnt oder gewöhnt? So geht’s richtig!

Gewohnt ist ein Adjektiv. Es tritt typischerweise mit sein auf und bezeichnet etwas Vertrautes oder Bekanntes oder etwas, das für uns üblich (geworden) ist.

Gewöhnt kann auch als Adjektiv benutzt werden. In erster Linie handelt es sich aber um das Partizip (die vollendete Vergangenheitsform) von gewöhnen. Meistens tritt es als reflexives Verb (sich an etwas gewöhnt haben) auf.


„Gewohnheit“ oder „Gewöhnungssache“?

Jeder von uns, der schon einmal umgezogen ist, kann das nachvollziehen: Wir müssen auf neue Alltagsabläufe einstellen, um uns auch in einer neuen Gegend zurechtzufinden. Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier und daher heißt es, sich schnellstmöglich an eine neue Umgebung gewöhnen. Wenn wir uns dann eingewöhnt haben, sind wir aber an den neuen Lebensort gewohnt oder doch gewöhnt? Wir erklären, warum nicht nur die Wortwahl reine Gewöhnungssache ist.


Wann benutzen wir „gewohnt“?

Zum einen ist gewohnt die Vergangenheitsform (das Partizip) von wohnen.

Ich habe bis vor einem Monat noch in Frankfurt am Main gewohnt.

Allerdings gibt es auch ein gleichklingendes Adjektiv (Eigenschaftswort), welches typischerweise mit sein vorkommt.

Ich bin es gewohnt, dass es mehr Grünanlagen und Parks gibt.
Bremen ist nun wirklich keine gewohnte Umgebung für uns.
Dass du nur zehn Minuten zur Arbeit brauchst, ist sicher ungewohnt für dich.
Tipp

Verwechseln Sie gewohnt nicht mit gewöhnlich. Es sind zwar beides Adjektive, allerdings bedeutet gewöhnlich, dass etwas gewohnt für die Allgemeinheit ist. Ein Umzug ist wahrscheinlich etwas Ungewohntes, allerdings nichts Ungewöhnliches.


Wann ist „gewöhnt“ korrekt?

Gewöhnt ist sowohl die dritte Form der Gegenwart (er/sie/es gewöhnt sich) als auch das Partizip, also die Vergangenheitsform von dem Verb (Tätigkeitswort) gewöhnen. In den meisten Fällen verwenden wir es als reflexives Verb, sprich mit einem rückbezüglichen Pronomen (Fürwort).

Auch nach einigen Wochen gewöhnt sich mein Freund immer noch ein.
Er hat sich ausgesprochen schnell an die Umstände gewöhnt.
Sie hatte sich erst eingewöhnt, als bereits der nächste Umzug anstand.

Achten Sie neben der Konstruktion sich an etwas gewöhnen auch auf jemanden an etwas gewöhnen oder die Verwendung folgender Vorsilben:

  • eingewöhnen, ausgewöhnen
  • abgewöhnen, angewöhnen
  • umgewöhnen
Hinweis

Wir können gewöhnt nicht als normales Adjektiv behandeln, daher sind Wendungen wie gewohnt und das Gewohnte verlassen (hier ist es nominalisiert) mit gewöhnt nicht korrekt.


„Gewohnt“ oder „Gewöhnt“?

Sie können gewohnt und gewöhnt grammatikalisch auseinanderhalten:

  • Gewohnt ist entweder ein Adjektiv oder die Vergangenheit von wohnen.
  • Gewöhnt ist immer das Partizip von gewöhnen.

Zudem lassen sich die beiden Formen auch in ihrer Bedeutung unterscheiden. Bei einer Gewöhnung (sich gewöhnen) liegt der Fokus auf dem Prozess, während eine Gewohnheit (etwas ist gewohnt) das Ergebnis daraus ist. Bevor etwas also zum Gewohnten wird, musste sich erst einmal jemand daran gewöhnen.


Woher weiß ich, ob „gewöhnt“ oder „gewohnt“ stimmt?

Sie haben drei Möglichkeiten, um sich den Unterschied zwischen gewohnt und gewöhnt zu merken:

  1. Sie merken sich die komplizierte Wortherkunft der beiden Begriffe: Gewohnt ist tatsächlich mit wohnen verwandt, während gewöhnt (und sich gewöhnen) vom altdeutschen Wort für Nahrung abstammt, die gewöhnlich aufgenommen werden muss.
  2. Sie merken sich folgenden Satz:
    Nachdem Sie sich erst einmal an die Ö-Punkte gewöhnt haben, können Sie diese wie gewohnt vernachlässigen.
  3. Sie verwenden LanguageTool als praktischen und umfassenden Schreibassistenten. Neben solchen Feinheiten der Rechtschreibung und Grammatik kann das Tool nämlich auch wertvolle Stilvorschläge geben, damit Ihre Texte fehlerfrei bleiben. Die klassische Macht der Gewohnheit.
Wenn alle schiefgeht, du dies aber schon gewohnt bist / du dich schon daran gewöhnt hast.
Auch in Memes sollten wir „gewöhnt“ und „gewohnt“ auseinanderhalten.

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