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Wir charakterisieren das Schreiben einer Charakterisierung

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Wie schreiben wir eine gute Charakterisierung? Wir geben eine Anleitung und Beispiele sowie Tipps zu Funktion, Struktur, Sprache und Inhalten einer Figurenanalyse.

Charakterisierung schreiben: Struktur, Sprache & Ziel
Charakterisierungen werden nicht nur im Schulunterricht verfasst.

Eine Charakterisierung ist eine Textsorte, die sich zum Ziel setzt, eine Figur oder Person in einem literarischen Werk detailliert zu beschreiben. Dabei werden äußere Merkmale ebenso erwähnt wie (innere) Charaktereigenschaften. Somit geht die häufig im schulischen Kontext gestellte Aufgabe über eine Personenbeschreibung hinaus und verbindet beschreibende, analytische und interpretative Ansätze.

Beim Schreiben einer Charakterisierung gehen Sie am besten wie folgt vor:

  1. Bereiten Sie das Schreiben ausreichend vor.
  2. Strukturieren Sie die Charakterisierung.
  3. Schreiben Sie über alles, was die Person betrifft und ausmacht
  4. Lesen Sie gegen und überarbeiten Sie die Charakterisierung.

Was ist eine Charakterisierung?

Guten Morgen, bitte setzen, heute schreiben wir eine Charakterisierung! Diese Worte haben viele von uns zu Schulzeiten gehört und doch stellen wir uns jetzt immer noch oft die Frage, worauf es bei der Textform ankommt und wie diese sich am elegantesten schreiben lässt.

Deshalb habe ich diesen Blogartikel verfasst, um darüber aufzuklären, welchen tieferen Sinn Charakterisierungen haben, aus welchen Elementen sie bestehen und wie wir sie am besten schreiben können. Damit Ihre Personenanalyse überzeugend wird und möglichst eine gute Zensur erreicht, sollten wir uns klarmachen, was eine Charakterisierung eigentlich genau ist.

Bei einer Charakterisierung geht es um die Beschreibung des Charakters – klar. Allerdings müssen wir hierbei zwischen einer (normalen) Personenbeschreibung und dieser Textart unterscheiden. Eine Personenbeschreibung besteht nur aus dem Herausarbeiten der äußerlichen (sichtbaren) Merkmale einer Person. Denken Sie dabei an eine Zeugenaussage bei der Polizei.

Eine Charakterisierung erfolgt meist für Figuren aus literarischen oder filmischen Werken. Auch sie setzt bei einer Personenbeschreibung an, geht jedoch analytisch und interpretativ über eine bloße Darstellung der Äußerlichkeiten hinaus. Durch die im Werk geschilderten Handlungen und Verhaltensweisen können wir Rückschlüsse auf das Innenleben der Figur ziehen. Hierbei spielen Persönlichkeit, Gefühlswelt, Entwicklung und Gedankengänge eine zentrale Rolle.

Bei einer Charakterisierung möchten wir demnach wissen, wie eine Person im Buch oder Film aussieht und wie sie ist; sprich, welche Charakterzüge sie hat.


Wie schreiben wir eine Charakterisierung (mit Beispielen)?

Anders als bei einer Nacherzählung oder einer normalen Textinterpretation konzentrieren wir uns auf die eine Person oder den einen Charakter, um den es gehen soll. Machen Sie sich schon beim Lesen Markierungen oder Notizen, die Sie in Personalien, Äußeres und Inneres einteilen sollten. Sie können auch eigene Kategorien wählen, die Sie beim Schreiben einer Charakterisierung leiten.

Danach können Sie sich nach der sogleich folgenden Struktur richten. Übrigens bestehen sehr viele literarische, journalistische und auch wissenschaftliche Textformen aus dem groben Aufbau Einleitung – Hauptteil – Schluss.

Was steht in der Einleitung der Charakterisierung?

Damit die Leserschaft weiß, was von Ihrem Text zu erwarten ist, sollte eine prägnante Einleitung diese Informationen beinhalten: Werktitel, Textform, Autor:innen, Veröffentlichungszeitpunkt, zentrales Thema, Orts- und Zeitangabe sowie die Vorstellung der Person mit Angabe, dass es sich um eine Charakterisierung handelt.

Das englische Theaterstück „Romeo und Julia“ wurde 1597 von William Shakespeare geschrieben und behandelt die verhängnisvolle Liebesgeschichte der beiden Protagonisten im Verona des 16. Jahrhunderts. Die Tragödie zählt zur Dramatik und ist eines der erfolgreichsten Werke der Literaturgeschichte. Die junge Liebe von Romeo und Julia darf wegen der Fehde ihrer Familien nicht sein. Bei dem Versuch, einen Ausweg zu finden, töten sich beide auf höchst tragische Weise selbst. Die folgende Charakterisierung beschreibt Mercutio, den besten Freund Romeos.

Was finden wir im Hauptteil einer Charakterisierung?

Der Hauptteil der Figurenanalyse hat einen größeren Umfang als die Einleitung und der Schlussteil. Zunächst widmen sich zwei Teile der Außensicht der Person. Im ersten Teil erfolgt die schlichte Personenbeschreibung und folgende Aspekte werden – falls möglich – beantwortet:

  • Wie sieht die Figur aus?
  • Was trägt sie?
  • Wie klingt die Stimme?
  • Welches Auftreten hat die Person?
  • Wie sehen Mimik und Gestik der Figur aus?

Kurzum: alles, was wir sehen könnten, wenn wir uns in der Handlung befinden würden. Im zweiten Teil geht es dann um die Informationen, die wir als Leserschaft eventuell über die Person erfahren:

  • Wie alt ist die Person?
  • Welchen Beruf oder welche Hobbys hat sie?
  • Zu welchem Stand oder in welches Umfeld gehört die Person?
  • In welchem Verhältnis steht die Figur zu den anderen Personen?

Im dritten Teil des Hauptteils widmen wir uns nun dem Innenleben der Figur. Hier darf analysiert und interpretiert werden, jedoch sollten wir auf Spekulationen verzichten. Wir wollen mit folgenden Fragen klären, wie die Person charakterlich ist:

  • Was denkt die Person?
  • Was empfindet die Figur in der dargestellten Situation und ganz grundsätzlich?
  • Können wir die Eigenschaften der Person irgendwie benennen?
  • Was mag oder hasst sie? Worauf legt sie Wert?
  • Was ist die Motivation oder Absicht der Person?
  • Gibt es in dem Werk eine persönliche Entwicklung oder bleibt die Figur ihrem Naturell treu?

Was gehört in den Schlussteil einer Charakterisierung?

Bei dem Schluss geht es einerseits darum, alle getroffenen Aussagen kurz und prägnant zusammenzufassen. Andererseits lässt er etwas Raum, um die Figur in das Gesamtwerk einzuordnen. Wenn die Charakterisierung von der Protagonistin oder dem Protagonisten handelte, gibt es nun die Möglichkeit, die Beziehung mit anderen Personen zu beleuchten und die Relevanz der Figur im Werk oder außerhalb der Handlung herauszustellen. Außerdem dürfen hier die persönliche Meinung und Kritik einfließen.

Mercutio, der beste Freund des Protagonisten Romeo, zeichnet sich durch seine angeberische und draufgängerische Art aus. Diese Charakterisierung hat gezeigt, dass sich die Figur gerne selbst reden hört und für ihren derben Humor bekannt ist. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „launisch“ oder „lebhaft“. Obwohl Mercutio nur viermal im gesamten Werk auftaucht, hat er eine zentrale Rolle in der Handlung: Die Leserschaft erhält durch ihn wichtige Informationen über die verfeindeten Familien. Auch im dramaturgischen Aufbau der Tragödie markiert sein Tod die Wendung in der Mitte des Dramas. Daher ist Mercutio bis heute einer der bekanntesten Nebencharaktere Shakespeares.
Stichpunkteliste über die Sturktur einer Charakterisierung (Einleitung, Hauptteil & Schluss)
Aufbau einer prototypischen Charakterisierung

Was gibt es bei einer Charakterisierung noch zu beachten?

Achten Sie beim Verfassen einer Charakterisierung auf folgende Aspekte und Kriterien:

  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um in die Tiefe zu gehen.
  • Die Textform wird im Präsens (in der Gegenwartsform) geschrieben.
  • Alle Analyse- und Interpretationsansätze sind mit Textstellen (selten mit Zitaten) zu belegen. Dabei reicht eine Seiten- oder Zeilenangabe in Klammern hinter der These.
  • Eine Charakterisierung handelt von einer Figur, nicht einer Beziehung und schon gar nicht von einer Handlung.
  • Bedenken Sie immer, dass Ihr Text für Personen geeignet sein soll, die weder den Originaltext noch die Figur kennen. Der Text sollte kein Wissen voraussetzen.
  • Auf den ersten Blick wirken Informationen irrelevant. Doch führen Sie diese Gedanken zu Ende, um eventuell bestimmtes Verhaltensmuster über den Charakter der Person zu bestimmen?
  • Beschreiben Sie nur die Aspekte, auf die Sie in der Analyse auch eingehen, und vergleichen Sie sie dort miteinander.
  • Denken Sie sich keine Informationen aus, lassen Sie keine wichtigen Eigenschaften aus und spekulieren Sie nicht über etwas, was sich nicht belegen lässt.
  • Kürzen Sie – wenn nötig – oder fassen Sie zusammen. Niemand möchte Informationen doppelt lesen.
  • Die Sprache sollte objektiv, formell und sachlich sein.
  • LanguageTool macht Sie auf Fehler in Rechtschreibung und Grammatik sowie auf Mängel im Sprachstil aufmerksam. So können Sie das optimale Ergebnis erzielen. Denn Punktabzug sollte höchstens inhaltlich – nicht aber sprachlich-stilistisch – stattfinden.

Wie schreibt sich eine Charakterisierung?

Bei einer Charakterisierung steht die Frage nach einer bestimmten Figur im Vordergrund. Die Leserschaft möchte mit dieser Textform zunächst dasselbe wie in einer Personenbeschreibung wissen: wie eine Person aussieht, sich verhält und welches ihre markanten Merkmale sind. Überdies beschreiben Sie nun in einer Analyse, welchen Charakter die Figur hat, was sie denkt und ob sie sich im Verlauf des Werkes verändert. Zu guter Letzt wird noch ermittelt, welchen Stellenwert sie im Werk einnimmt.

Beim Schreiben einer Figurenanalyse kann viel schiefgehen. Doch es kann eine große Hilfe sein, wenn Sie sich beim Schreiben nach folgenden Schritten richten.

  1. Lesen und verstehen Sie das Werk.
  2. Machen Sie sich Notizen oder Markierungen im Text.
  3. Verwenden Sie die Struktur aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  4. Behalten Sie stets das übergeordnete Ziel einer Charakterisierung im Auge.
  5. Schreiben Sie nicht zu viel oder zu wenig Informationen im Hauptteil.
  6. Achten Sie darauf, einen roten Faden zu haben.
  7. Lesen Sie die fertige Charakterisierung unbedingt noch zweimal durch – einmal inhaltlich und einmal sprachlich.

Selbstverständlich zeigt eine gelungene Charakterisierung, dass Sie in der Schule ein Werk wirklich verstanden haben. Allerdings dient die Textart dazu, Genaueres über eine Figur zu erfahren und aufzudecken, warum diese im Roman eine gewisse Rolle einnimmt. Ganz getreu dem Motto: Was hat sich der Autor dabei gedacht? Charakterisierungen zu beherrschen, kann also noch weit über die Schule hinaus ein Gewinn sein.



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