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Wir hinterfragen das Fragezeichen in verschiedenen Satztypen

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In Fragesätzen setzen wir ein Fragezeichen. Warum verwenden wir in indirekten Fragen einen Punkt und bei manchen Aussagesätzen ein Fragezeichen?

Setze ich bei Fragen immer ein Fragezeichen?
Das Fragezeichen kann selbst viele Fragen auslösen.
Mit Fragezeichen Mit Punkt
Ergänzungsfragen (mit Fragepronomen) Indirekte Fragen
  • Verb des Sagens / des Wissens leitet die Frage ein
  • Komma grenzt die beiden Teilsätze ab
  • Verb im Fragesatz im Konjunktiv
  • Fragepronomen bei Ergänzungs- und Alternativfragen
  • Die Konjunktion „ob“ bei Entscheidungsfragen
Entscheidungsfragen (Ja / Nein)
Alternativfragen (mit Optionen)
Verschachtelte Fragen &
Frageanhängsel
Direkte Fragen mit Doppelpunkt
Informelle Fragen, Echofragen, elliptische Formulierungen
(⇾ nicht empfehlenswert im formellen Schreiben)

Fragezeichen oder Punkt am Satzende?

Neulich schrieb ich einer Verkäuferin auf einem Onlineportal folgende Zeilen:

Hallo!
Ist die angebotene Kaffeemaschine noch zu haben?
Vielen Dank und bis bald.

Auf den zweiten Blick fand ich meine eigene Nachricht etwas direkt. Von daher tauschte ich die Frage durch folgenden Satz aus:

Hallo!
Ich wollte Sie fragen, ob die angebotene Kaffeemaschine noch zu haben ist?
Vielen Dank und bis bald.

Ich sendete die Nachricht und merkte direkt, dass ich das Fragezeichen übernommen hatte und dieses nun grammatikalisch falsch war. Warum ist es augenscheinlich so einfach, zwischen Punkt und Fragezeichen zu wechseln, und was macht einen Fragesatz so besonders?


Das Fragezeichen als wichtiges Mittel der Interpunktion

Das Fragezeichen ist seit dem 8. Jahrhundert fester Bestandteil der deutschen Schriftsprache. Es wurde unter Karl dem Großen in den meisten europäischen Sprachen – aber auch darüber hinaus – eingeführt und kennzeichnete in erster Linie das Ende einer Frage.

Wie lautet Ihr letztes Gebot? (Frage)
Mein letztes Gebot lautet 35 €. (Aussagesatz)

Anders als der Punkt oder das Ausrufezeichen drückt das Fragezeichen jedoch eine Frage aus. In der Kommunikationstheorie gelten Fragen als Interaktion mit dem Gegenüber, sprich, wir sagen etwas, um eine Antwort zu erhalten. Nur bei rhetorischen Fragen ist dies nicht der Fall.

Hinweis

Im Umgang mit dem Fragezeichen gibt es Folgendes zur Zeichensetzung zu beachten.

  1. Vor einem Fragezeichen steht kein Leerzeichen, dahinter schon.
  2. Mehrere Fragezeichen hintereinander sind informell. Außerdem drücken sie schnell aus, dass wir ungeduldig oder genervt sein könnten.
  3. Ebenso sollten Sie das Fragezeichen nicht direkt mit einem Ausrufezeichen kombinieren. Auch diese Reihe ist sehr umgangssprachlich und unhöflich.

Fragen benötigen immer ein Fragezeichen. Diese Daumenregel stimmt in den meisten Fällen, aber nicht in allen. Denn es gibt auch Fragen ohne Fragezeichen sowie Aussagesätze, die es als Satzendzeichen haben. Wir zeigen diese Ausnahmen.


Fragen mit Fragezeichen

Grundlegend können wir zwischen drei grammatischen Fragetypen unterscheiden, die alle mit einem Fragezeichen gekennzeichnet werden:

Typ 1: Ergänzungsfragen

Das sind die Fragen mit den klassischen Fragewörtern (Interrogativpronomen), auch bekannt als „die W-Fragen“ oder „offene Fragesätze“. Beispiele hierfür sind was, wie, warum, wohin etc.

Was gibt es sonst noch zu kaufen?

Auch Kombinationen aus Fragewörtern und einer Präposition als feststehende Wendungen fallen unter diese Kategorie.

Über welches Portal haben Sie Ihr Gebot abgegeben?

Es kann vorkommen, dass innerhalb einer Frage gleich mehrere Fragepronomen verwendet werden.

Wer spricht hier über was?

Typ 2: Entscheidungsfragen

Auf diesen Fragetyp können wir mit Ja oder Nein antworten. Daher gelten Sie auch als „Ja-Nein-Fragen“ oder „geschlossene Fragesätze“. Charakteristisch ist, dass das (erste) Verb an erster Stelle des Satzes kommt.

Haben Sie schon einmal vorher geboten?

Vorsicht: Nur weil ein Verb an erster Stelle des Satzes steht, muss es sich jedoch nicht immer um eine Frage handeln. Es kann auch ein Imperativ (Befehl) sein oder eine solche Formulierung:

Hast du einmal den Onlinehandel verstanden, ist der Rest ein Kinderspiel.

Typ 3: Alternativfragen

Diese Fragen gleichen zunächst einer Entscheidungsfrage; allerdings werden dann zwei (oder mehr Optionen) gegeben, aus denen das Gegenüber wählen kann. Somit ist die Fragestruktur wiederum in sich geschlossen.

Wie sind Sie hergekommen, mit der S-Bahn oder dem Auto?
Sind Sie mit der S-Bahn oder dem Auto hergekommen?

Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Einsatz von Konjunktionen („und“, „oder“) nicht zwangsläufig auf eine Alternativfrage hindeutet. Es können auch mehrere Fragetypen aneinandergereiht sein.

Wie war die Fahrt hierher und wie lange haben Sie gebraucht?

Indirekte Fragen ohne Fragezeichen

Indirekte Fragen hingegen werden ohne Fragezeichen gebildet. Wir benötigen allerdings einen Einleitungssatz mit einer gewissen Verbkategorie. Verben des Sagens oder des Wissens werden meist vorangestellt und da diese auch in normalen Aussagesätzen kein Fragezeichen erfordern, ändert sich das auch nicht in Kombination mit Fragewörtern.

Vergleichen Sie:

    Ich sagte der Verkäuferin, dass ich später kommen würde.

    Ich fragte die Verkäuferin, wie lange sie noch Zeit haben würde, da ich zu spät war.

Denken Sie bei indirekten Fragen in formeller Sprache an die Benutzung des Konjunktivs.

Bei Ergänzungsfragen können Sie einfach das Fragepronomen (bzw. die Kombination aus Präposition und Fragewort) übernehmen. Bei Entscheidungsfragen bilden wir eine indirekte Frage mit der Konjunktion „ob“.

Tipp

Beachten Sie in jedem Fall, dass eine indirekte Frage immer ein Komma hat, entweder da, wo der einleitende Aussagesatz aufhört (also vor Interrogativpronomen / „ob“ oder da, wo in der direkten Frage bei nachstehendem Einleitungssatzein Fragezeichen steht).

  • Ich wusste nicht, inwiefern die Kaffeemaschine noch funktionierte.
  • Ob die Kaffeemaschine noch funktionierte, wusste ich nicht.


Verschachtelte Fragen und Frageanhängsel mit Fragezeichen

Bei der Unterscheidung zwischen direkten Fragetypen und indirekten Fragen gibt es Spezialfälle, in denen unbedingt ein Fragezeichen gesetzt werden muss.

1) Wenn der eingeschobene Aussagesatz wiederum nichts mit Verben des Sagens oder Denkens zu tun hat, handelt es sich hier um keine indirekte Frage, sondern um eine verschachtelte Konstruktion eines anderen Fragetyps.

Um genau zu sein, welche Schäden hat die Maschine?

2) Ebenfalls sind es keine indirekten Fragen, wenn Sie vor dem Fragewort einen Doppelpunkt und für den Fragesatz Anführungszeichen benutzen. Dann handelt sich um direkte Fragen, die wiederum mit einem Verb des Sagens oder Wissens eingeleitet werden. Durch den Doppelpunkt handelt es sich streng genommen um zwei ganze Sätze.

Sie fragte mich: „Wann trinken Sie normalerweise Kaffee?“

3) Sogenannte Frageanhängsel, Refrainfragen oder Nachziehfragen verwandeln einen Aussagesatz durch einen Zusatz am Satzende in eine Frage. Hierbei können wir auf diverse standardsprachliche Alternativen zurückgreifen:

Sie kaufen Ihren Kaffee im Supermarkt, oder / nicht wahr / nicht?

Diese Zusatzfragen dienen nur zur Einholung von Zustimmung und erhalten deswegen ein Fragezeichen. Allerdings sollten Sie in formellen Texten nicht benutzt werden. Zudem gibt es noch weitere (dialektale) Varianten, deren Verwendung wir in keinem Text empfehlen: wa, ne, nech, woll, gell.  


Informelle Fragen mit Fragezeichen

Als letzte Ausnahme gibt es noch einige Formen, umgangssprachlich aus einem Aussagesatz eine Frage zu formulieren.

1) Aussagesätze können in informellen Kontexten als Fragen eingesetzt werden, indem sie mit einem Fragezeichen versehen werden. Beim Sprechen geht die Stimme dann zum Schluss noch oben – was die Melodie jeder Frage widerspiegelt.

Sie möchten die Auktion beenden?

2) Echofragen gehen in dieselbe Richtung. Sie wiederholen die zuvor benutzte Satzstruktur und ersetzen einen Satzteil durch das benötigte Fragewort. [Das betonte Wort ist hier durch Großbuchstaben dargestellt.]

Der Käufer hat sich nicht mehr gemeldet. – Er hat bitte WAS gemacht?

3) Besonders beim Sprechen neigen wir dazu, mehrere Fragen aneinanderzureihen. Diese können entweder durch Kommata oder durch mehrere Fragezeichen verwendet werden.

Wieso haben Sie das nicht früher gesagt, wo steht das denn, wie soll ich das jetzt transportieren?
Wieso haben Sie das nicht früher gesagt? Wo steht das denn? Wie soll ich das jetzt transportieren?

Sobald diese Ketten nicht mehr aus ganzen Sätzen (also inklusive eines Verbs) bestehen, sollten wir sie in formaler Sprache nicht mehr benutzen. Wir sprechen hier von Ellipsen, da nur aus dem Kontext hervorgeht, wer oder was gemeint ist.

Wie, Sie können die Reklamation nicht annehmen?
Und warum das?
Wie denn?
Zusammenfassend

Wir können also sehen, dass bei den meisten Fragetypen wirklich ein Fragezeichen gesetzt wird. Bei indirekten Fragen kommt jedoch ein Punkt am Satzende. Informell können auch Aussagesätze Fragen darstellen, hier werden auch Fragezeichen gesetzt, selbst wenn solche Aussagesätze nicht verwendet werden sollten.

Damit wir immer direkt umgangssprachliche von standardsprachlichen Konstruktionen unterscheiden können, möchte ich Ihnen gerne den intelligenten Schreibassistenten LanguageTool empfehlen. Er unterstreicht in Echtzeit Rechtschreib- und Grammatikfehler, entdeckt aber auch sprachlich-stilistische Ungereimtheiten oder Verbesserungsansätze. Mit seiner Hilfe bleiben nur korrekte Fragezeichen stehen.


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