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Eine Weihnacht, zwei Weihnächte, die Weihnachten?

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Bei Nomen wie „Hass“, „Respekt“ oder „Durst“ suchen wir vergebens nach einem Plural (Singularetantum). Andere Nomen wie „Daten“, „Geschwister“ und „die Alpen“ stehen hingegen nie im Singular (Pluraletantum).

Singularnomen vs. Pluralnomen
Alle Nomen können im Singular und Plural stehen – na ja, fast alle.
Richtige Wortform

  • Einige Nomen wie Weltall, Chaos, Liebe, Obst oder Hunger können nur im Singular benutzt werden.
  • Andere Nomen wie Eltern, Ferien, Kosten, Leute oder Wehen treten hingegen ausschließlich in ihrer Pluralform auf.
  • Einige Feiertage (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) gehören zwar zur zweiten Gruppe, werden jedoch regional auch mit dem Artikel „ein“ verwendet.


„Ein Weihnachten“, „eine Weihnacht“ oder nur „Weihnachten“?

Sind Sie schon in Weihnachtsstimmung? Gut, ich auch nicht. Bald werden wir uns alle wieder „Schöne Weihnachten!“ wünschen. Ist es nicht komisch, dass wir zwar nur ein Weihnachtsfest damit meinen, aber trotzdem eine Pluralform verwenden? Schließlich ist das Nomen Weihnachten nicht zählbar: ein Weihnachten, zwei Weihnachten etc. Umgangssprachlich gibt es zwar die Formulierung:

Wir wünschen euch ein schönes Weihnachten.

Doch gibt es eigentlich mehrere Nomen, die nicht im Singular stehen können? Und andersherum, gibt es Nomen, die nur in der Pluralform vorkommen?


„Singularetantum“:
Nomen, die nur im Singular vorkommen

Es lassen sich bei genauem Hinsehen einige Wortgruppen finden, die nur aus diesen „Singularnomen“ bestehen.

Wortfeld / Thema Beispiele
Überbegriffe oder Sammelbezeichnungen (das) Vieh, (das) Obst, (die) Kost
Zustände (die) Gesundheit, (das) Nichts, (der) Schutz, (der) Frieden, (das) Chaos, (der) Lärm
Gefühle, Empfindungen, Beziehungen, Wertungen (die) Liebe, (der) Hass, (der) Respekt, (der) Anstand, (die) Sanftmut, (der) Mut, (der) Hunger, (der) Durst, (der) Spott, (der) Glanz
Einmalige Objekte (das) Weltall, (das) All, alle Planeten
Niederschlag und Wetter (der) Regen, (der) Schnee, (der) Hagel, (der) Donner, (die) Kälte, (die) Wärme, (die) Nässe
Zeitzustände (die) Gegenwart, (das) Jetzt, (die) Zukunft
Alle chemischen Elemente (der) Wasserstoff, (das) Kupfer, (das) Neon, (das) Gold, (das) Alumnium
Alle substantivierten Verben (das + Verb) (das) Laufen, (das) Essen, (das) Unterrichten, (das) Lernen

Grundsätzlich werden Nomen nicht im Plural benötigt, wenn Sie einmalig sind. Auch bei berühmten Objekten wie Eiffelturm oder die Mona Lisa ist es zwar möglich, Pluralformen zu bilden – mehrere Eiffeltürme oder Mona Lisas – allerdings folgt dies keiner wirklichen Logik.

Diverse Obst konnten wir auf dem Wochenmarkt kaufen.
Verschiedene Personen haben verschiedene Lieben.
Altgold und Weißgold sind unterschiedliche Golde.

Sie sollten hier jedoch aufpassen, nicht zu schnell falsche Schlüsse zu ziehen. Es gibt zwar nur immer jeweils einen Papst oder einen amerikanischen Präsidenten. Allerdings können wir über sämtliche Personen gleichzeitig sprechen, die einmal das Amt bekleidet haben:

Bis 2021 gab es insgesamt 307 Päpste in Rom.
Außer Barack Obama waren bisher alle US-Präsidenten weiße Männer.

„Pluraletantum“:
Nomen, die nur im Plural verwendet werden

Bei den sogenannten „Pluralnomen“ handelt es sich um Begriffe, die ausschließlich in ihrer Pluralform vorkommen. Dabei gibt es welche, die eine deutliche Pluralendung besitzen. Jedoch gibt es auch Begriffe, die auf den ersten Blick nicht wie ein Plural wirken. Der Begleiter lautet immer „die“.

Wortfeld / Thema Beispiele
Überbegriffe oder Sammelbezeichnungen Eingeweide, Daten
Personengruppen Leute, Eltern, Geschwister
Finanzwesen, Erbe und Eigentum Kosten, Unkosten, Spesen, Alimente, Auslagen, Habseligkeiten, Ländereien, Trümmer, Memoiren
Verhaltensweisen Allüren, Faxen, Manieren
Medizin Wehen, Pocken, Masern
Lebensmittel Pommes Frites, Cornflakes, alle Nudelsorten
Zeitangaben und Feiertage Ferien, Flitterwochen, Hundstage, Jahrmillionen, Weihnachten, Ostern, Pfingsten
Redewendungen und Sprichwörter „Flausen im Kopf“, „und Konsorten“, „Prügel bekommen“
Geografische Namen Alpen, Anden, Rocky Mountains, Dolomiten, Balearen, Malediven, Kanaren, Tropen, Arabische Emirate, Vereinigte Staaten von Amerika, Niederlande

Es ist schlichtweg grammatikalisch nicht möglich, aus diesen Beispielen eine Einzahl zu bilden. Oft ergibt der Versuch zudem keinen Sinn, denn diese Nomen bestehen aus mehreren (gleichwertigen) Teilen.

Du hast zwei Brüder? Ich habe nur einen Geschwister.
Meine Freundin erbte eine Länderei, aber es befand sich ein Trumm darauf.
Das ist wieder mal eine Flause in deinem Kopf!

Um wirklich nur über einen Teil dieser Pluralnomen zu sprechen, helfen zusammengesetzte Worte.

Es kam je ein Elternteil pro Schulkind zum Elternabend.
Heute ist der letzte Ferientag des Sommers.

In der Umgangssprache können Feiertage wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten als Nomen im Singular verwendet werden.

Euch allen ein frohes Weihnachten.
Das Ostern fällt dieses Jahr buchstäblich ins Wasser.

Allerdings raten wir Ihnen, in formellen Kontexten die Pluralform der Feiertage zu verwenden oder wieder auf eine Kombination aus zwei Nomen (Kompositum) zurückzugreifen.

Wir wünschen schöne Pfingsten!
Unser Weihnachtsfest stand unter keinem guten Stern.
Wie waren Ihre Ostertage?
Hinweis

Der Gruß eine schöne Weihnacht wirkt in vielen alltäglichen Kontexten zu literarisch und gehoben.

In Kürze

  • Singularetantum / Singularnomen: Diese Nomen können nur in ihrer Einzahl stehen. Hierzu zählen Zustände, Gefühle, Unikate, Überbegriffe, Wetterphänomene sowie Elemente.
  • Pluraletantum / Pluralnomen: Diese Nomen können nur in ihrer Mehrzahl stehen. Hierzu zählen Personengruppen, Länderbezeichnungen, Begriffe aus dem Finanzwesen, Zeitangaben sowie ein paar Nomen in Sprichwörtern.
  • Oft können Sie auf Ersatzformen zurückgreifen:
  • der Hunger / das Obst → die Hungergefühle / die Früchte
    die Eltern / die Ferien → der Elternteil / der Ferientag

Wie umgehe ich eine falsche Plural- oder Singularbildung?

Im Eifer des Gefechts bilden wir manchmal Wortformen, die es eigentlich nicht gibt. Lassen Sie sich von dem Schreibassistenten LanguageTool helfen, damit Ihre Texte grammatikalisch korrekt werden:

Das Schreibtool korrigiert Rechtschreibung, Grammatik und Stil Ihrer Texte. Benutzen Sie es, um nette und einwandfreie Weihnachtskarten zu schreiben oder einige freundliche E-Mails an die Belegschaft zu verschicken. In diesem Sinne:

Ein gesegnetes Weihnachten, fröhliche Weihnacht und ein schönes Weihnachtsfest!

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