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Der Tod als eigenständiges Wort und als „tote“ Vorsilbe

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Der Unterschied zwischen „Tod“ und „tot“ ist nicht hörbar. Dabei können beide Begriffe als Vorsilben verwendet werden. Wir erklären, wann Sie welche benutzen.

Tot oder tod? Was bedeutet was?
„Todmüde“ oder „totmüde“? Sich „todstellen“ oder „totstellen“?

  • der Tot
  • Ist er tod?
  • totsicher, totmüde
  • todlachen, todstellen

  • der Tod
  • Ist er tot?
  • todsicher, todmüde
  • totlachen, totstellen


„Tod“ oder „tot“? – Welche Schreibweise stimmt?

Heute sprechen wir über ein nicht so schönes Thema: nämlich das Sterben. Denn auch beim Ableben gibt es im Deutschen eine gar nicht zu unterschätzende Schwierigkeit. Tod und tot klingen identisch – sie sind also Homofone – und haben eine ähnliche Bedeutung, gehören allerdings verschiedenen Wortarten an.

  • Der Tod ist ein Nomen (Hauptwort) und beschreibt das Gegenteil von Leben.
  • Tot ist ein Adjektiv (Eigenschaftswort) und benennt das Gegenteil von lebendig.
Hinweis

Falls Sie sich fragen, wieso es diese Verwechslungsgefahr gibt, heißt das Zauberwort Konsonantenverhärtung. Im Deutschen werden stimmhafte Laute wie /d/, /b/ und /g/ am Silbenende so ausgesprochen, als wären sie /t/, /p/ und /k/, welche jeweils die stimmlosen Entsprechungen der Laute sind.

Tot und Tod klingen daher gleich, werden aber unterschiedlich geschrieben. Und genau das ist die Krux an der Sache, denn zusammengesetzte Begriffe (Komposita) beinhalten manchmal das Nomen und gelegentlich das Adjektiv.

Wir haben gleich zwei Eselsbrücken in petto, um „tot“ und „Tod“ zu unterscheiden. 

Wann benutzen wir „Tod“?

Woher wissen wir, dass das Nomen Tod mit einem „-d“ geschrieben wird? Ganz einfach, wenn wir es in einem anderen Kasus (Fall) beugen:

Nominativ (1. Fall) der Tod
Genitiv (2. Fall) des Todes
Dativ (3. Fall) dem Tod/Tode
Akkusativ (4. Fall) den Tod


Zudem gibt auch die Pluralform (Mehrzahl) Aufschluss über die korrekte Schreibweise.

der Tod – die Tode

Tod mit „-d“ wird immer großgeschrieben.

Bis dass der Tod euch scheidet!
Es geht um Leben und Tod.
Im Angesicht des Todes kann sich die Sicht auf die Dinge verändern.
Der Gefangene wurde zum Tode verurteilt.
Ich bin gestern wirklich tausend Tode gestorben.

Beim Schreiben im Alltag können derartige Flüchtigkeitsfehler im Eifer des Gefechts schon mal passieren. Doch glücklicherweise kann der mehrsprachige und kostenlose Schreibassistent LanguageTool Fehler jeglicher Art mundtot machen. Diese werden nämlich unterstrichen und fast immer durch die korrekte Schreibweise, richtige Grammatikform oder eine bessere Wendung ersetzt. Schlechte und fehlerhafte Formulierungen sind bei mir damit schnell mausetot.


Wie verwenden wir „tot“?

Genau dieselbe Methode wie oben können wir bei der Schreibweise des Adjektivs verwenden: Wir bedienen uns wieder der Deklination.

Bei Maskulina (männliche Nomen) ein toter Mann, der tote Mann
Bei Feminina (weibliche Nomen) eine tote Frau, die tote Frau
Bei Neutra (sächliche Nomen) ein totes Tier, das tote Tier
Bei Pluralformen (Mehrzahl) tote Menschen, die toten Menschen

Bitte beachten Sie, dass tot nicht gesteigert werden kann. Daher existieren die Formen toter und am totesten nicht. Zudem wird das Adjektiv tot in der Regel kleingeschrieben.

Nach diesem Fußmarsch war ich einfach tot.

Falls wir eine Nominalisierung vor uns haben, wird tot mit „-t“ allerdings doch großgeschrieben:

das Tote
die/der Toten

Hierbei können wir wieder einmal hören, dass sich tot mit einem „-t“ schreibt.

Da lag schon wieder ein toter Igel auf der Straße.
Tote Leichen ist ein Pleonasmus.
Speziell am Totensonntag und Volkstrauertag sollten wir der Toten gedenken.
Stimmt!

Auch das Verb (Tätigkeitswort) töten schreiben wir mit einem hörbaren „-t“. Es bedeutet jedoch nicht dasselbe wie sterben, welches passiv gemeint ist. Töten impliziert, dass wir jemand anderen zu Tode bringen. Vom Verb leiten sich weitere Formen ab: tötend, Getötete etc.


Finden wir ähnliche Verwechslungen mit „tod-“ oder „tot-“?

Wie schon angesprochen, finden wir beide Wörter in zusammengesetzten Begriffen. Hierbei wirkt es zunächst etwas willkürlich, denn todernst und todschick schreiben sich mit „-d“, während totlachen und Totholz mit einem „-t“ geschrieben werden.

Dabei entscheidet die Wortart des zweiten Bestandteiles sowie die Bedeutung maßgeblich über die Rechtschreibung der Wörter.

Vorsilbe „tod-“/„todes-“

Diese finden wir in Adjektiven oder Partizipien (ge-Formen).

todstill, todernst, todsicher, todtraurig, todblass, todunglücklich, todkrank, todschick, todmüde, todgeweiht
todesmutig, todesblass, todeskalt, todeswürdig, todesbereit, todeseinsam

Sie können wieder nominalisiert großgeschrieben werden, kommen aber in den meisten Fällen kleingeschrieben vor. Bitte beachten Sie, dass sich nur die wenigsten Adjektive auf den wirklichen Tod beziehen. Meist wird die Vorsilbe als übertriebene Verstärkung benutzt.

Vorsilbe „tot-“

Ein paar Verben lassen sich mit der Vorsilbe „tot-“ bilden.

totarbeiten, totbeißen, totfahren, totmachen, totquatschen, totschlagen, totschießen, totschweigen, totlaufen, sich totstellen

Bei all den Verben steht das Ergebnis (das Totsein) im Vordergrund – egal, ob im wirklichen oder übertragenen Wortsinn.

Zusammengesetzte Nomen

Hier finden wir beide Vorsilben. Je nachdem, ob es sich auf den Tod bezieht oder auf die Eigenschaft tot, stellen wir die eine oder andere Möglichkeit voran.

Todfeind
Todeszeitpunkt, Todesursache, Todessehnsucht, Todesjahr, Todesfall, Todesengel, Todesurteil, Todestag
Totholz, Totimpfung, Totwasser

Sie sehen, dass die allermeisten Komposita mit der Vorsilbe „todes-“ gebildet werden.

Zusammenfassung:

Fragen Sie sich, ob ein Verb oder Adjektiv durch „tod-“ als Präfix verstärkt werden soll bzw. auf den Tod (das Nomen) zurückgeht oder ob es sich durch „tot-“ auf den Zustand Totsein beziehen soll. Hoffentlich habe ich Sie mit dem unschönen Thema des Lebensendes nicht totgequatscht. Allerdings stellt der Unterschied zwischen tot und Tod eine große Herausforderung in der deutschen Sprache dar und verlangte nach einer Erklärung. Beim nächsten Mal gibt es dann wieder ein erfreulicheres Thema – versprochen.


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