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Das Hab und Gut der Umgangssprache

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Für sechs Personen lassen sich Verben in sechs Formen beugen. Doch warum scheint es eine zweite Variante für die erste Person zu geben? Ich habe / hab die Antwort!

Ich habe, ich hab’ oder ich hab? Wegfall der ersten Endung
Haben Sie noch weitere Fragen?
Ich hab | Ich hab’
Ich habe

„Ich habe“ vs. „Ich hab’“ vs. „Ich hab“

Neulich überlegte ich, ob es einen Unterschied gibt zwischen diesen beiden Sätzen:

Ich habe dich lieb.
Ich hab dich lieb.

Natürlich gibt es einen offensichtlichen stilistischen Unterschied, das wegfallende „-e“. Aber können wir auch einen semantischen Unterschied (Unterschied in der Wortbedeutung) erkennen?

Grundsätzlich gilt, dass ich habe und ich hab exakt dasselbe aussagen. Der Unterschied begründet sich demnach rein durch ein anderes Sprachniveau. Dabei gehört habe zum standardsprachlichen Stil, während hab und hab’ Teil der Umgangssprache sind.

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Gibt es diesen Wegfall bei allen Verben in der ersten Person?

Die getilgte Endsilbe in der ersten Person ist jedoch kein Einzelfall für das Verb (Tätigkeitswort) haben. Nahezu alle Verben lassen sich in der Ich-Form auf diese zwei Arten bilden:

Ich werde / ich werd’ / ich werd
Ich fahre / ich fahr’ / ich fahr
Ich bleibe / ich bleib’ / ich bleib
Ich lese / ich les’ / ich les

etc.

Zu den Ausnahmen dieser Vereinfachung zählen unregelmäßige Verben wie Modalverben, die bereits in ihrer Standardform nicht auf die Endung „-e“ enden, oder Verben wie trocknen.

Ich bin
Ich kann
Ich will

etc.


Wann ist die Schreibweise mit einem Apostroph richtig?

Aus der standardsprachlichen Form hat sich höchstwahrscheinlich mündlich der Wegfall des Suffix (der Endsilbe) ergeben. Um dies zu signalisieren, wird zumeist in der geschriebenen Sprache auf den Apostroph zurückgegriffen.

Vergleichen Sie

  • Ich mach’ später meine Hausaufgaben.
  • Nein, mach sie jetzt!

Der Apostroph hilft der Leserschaft, die ursprüngliche Forme ich mache zu erkennen und diese von der Befehlsform (Imperativ) zu unterscheiden.

Im Laufe der Zeit hat es sich jedoch eingebürgert, dass diese Apostrophe weggelassen werden. Hierbei gilt die Faustregel: Je häufiger ein Verb benutzt wird, desto akzeptierter ist die Schreibweise ohne Apostroph.

Das Verb tun lässt sich gleich auf zwei Arten konjugieren (beugen). Die Schreibung mit Apostroph wäre hierbei nicht richtig.

Ich tue dir Unrecht.
Ich tu mir weh.

Welche Rolle spielen Umgangssprache und Standardsprache?

Die Benutzung von hab, hab’ und habe – neben sehr vielen anderen Verben – ist also rein stilistisch geprägt. Überlegen Sie, im Zuge welcher Textsorte und an wen Sie schreiben. Je formeller der Schreibanlass, desto eher bietet es sich an, standardsprachliche Formulierungen zu wählen. Je familiärer und informeller eine Situation aber ist, desto mehr können auch umgangssprachliche Alternativen gewählt werden.

Das Allzweckmittel gegen Umgangssprache lautet LanguageTool. Der intelligente Schreibassistent kann gleich auf mehreren Sprachen dafür sorgen, dass mein Sprachstil allgemein verständlich sowie dem Texttyp angemessen ist. So wenig Fehler wie möglich – das hab / hab’ / habe ich mir fest vorgenommen.


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