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Lasst uns die Groß- und Kleinschreibung einmal großschreiben!

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Um zu entscheiden, was groß- und was kleingeschrieben werden muss, müssen wir uns die Wortarten und den Satzbau genauer ansehen. Wonach richten sich Groß- und Kleinschreibung?

Basiswissen zur Groß- und Kleinschreibung
Mit diesen neun Regeln verwenden Sie immer eine korrekte Groß- und Kleinschreibung.
Großzuschreiben sind:

  • Nomen (auch mehrteilige Namen) und nominalisierte andere Wörter
  • Binnenmajuskeln (Wortmitte) und höfliche Anreden
  • Satz- und Textanfänge
  • Erstes Wort in Titel und Überschriften

Kleinzuschreiben sind:

  • Alle anderen Wortarten (ohne Nominalisierungen) und denominalisierte Nomen
  • Alle Buchstaben in anderen Positionen als an Satzanfängen
  • Teilsätze und einzelne Wortgruppen (nach Kommata)
  • Eingeschobene Sätze (nach Klammern, Semikolons und Gedankenstriche)

Wir können uns aussuchen, ob wir klein- oder großschreiben möchten, bei:

  • Stichpunktlisten, die nicht aus ganzen Sätzen bestehen
  • Auslassungspunkten, die nicht im Wort verwendet werden
  • Einzelnen Nominalisierungen von Indefinitpronomen
  • Doppelpunkten: groß für nachfolgenden Satz, klein für einzelne Wörter


Was ist das Besondere an der Groß- und Kleinschreibung?

Deutsch ist besonders. Nein, ich meine gerade nicht die endlosen Wortverbindungen oder die umfangreiche Deklination (grammatikalische Beugung) der Wörter, sondern ein Themenfeld, mit dem Deutsche und Sprachlernende gleichermaßen Probleme haben: Groß- und Kleinschreibung.

Während Eigennamen und Satzanfänge in den meisten europäischen Sprachen durchgängig großgeschrieben werden, gibt es im Deutschen den Umstand, dass wir bei einer sehr häufigen Wortart – die der Nomen (Hauptwörter) – ebenfalls die Großschreibung beachten müssen. Wir erklären, wann Wörter als Nomen gezählt werden, wann aber auch andere Wortarten nicht mehr kleingeschrieben werden und warum der Satzbau bei der Frage eine ebenso große Rolle spielt, welche Wörter groß gehören.


Welche Wörter schreiben wir groß und welche klein?

1) Nomen werden groß-, alle anderen Wortarten kleingeschrieben.

Nomen bzw. Substantive werden ausnahmslos großgeschrieben. Das ist wohl die grundlegendste Regel der Groß- und Kleinschreibung. Heutzutage besteht übrigens kein Unterschied mehr zwischen Substantiven (Wortart) und Nomen (Namen), denn diese werden oft synonym verwendet. Die einzige Ausnahme der Großschreibung bildet der zweite Teil lateinischer Fachbegriffe.

Apfel, Leute, Seele, Bildschirmschoner, Gebäude, Aurora borealis

Im Falle von demoninalisierten Hauptwörtern werden diese kleingeschrieben, da sie ihre Funktion als Nomen verloren haben und nun einer anderen Wortklasse (Präposition, Adverbien, Pronomen usw.) angehören.

leid sein, kreuz und quer, um Gottes willen, zeit seines Lebens, abends

2) Durch Nominalisierungen werden andere Wortarten großgeschrieben.

Durch den sprachlichen Umwandlungsprozess der Nominalisierung werden Wörter aus ursprünglich anderen Wortarten als Nomen benutzt. Diese müssen dann ebenfalls großgeschrieben werden, um zu verdeutlichen, dass sie die Funktion der Nomen einnehmen, was bei nahezu bei allen Wortarten möglich ist. Am häufigsten tritt eine Nominalisierung (oder Substantivierung) jedoch bei Verben (Tätigkeitswörtern) und Adjektiven (Eigenschaftswörtern) auf.

  • Nominalisierte Adjektive: etwas Gutes, das Schöne, dunkles Rot
  • Nominalisierte Verben & Partizipien: das Laufen, vor dem Fahren, das Gesagte
  • Pronomen (Fürwörter): seiner Selbst
  • Konjunktionen (Bindewörter): kein Wenn und Aber
  • Präpositionen (Verhältniswörter): das Hin und Her
  • Numeralia (Zahlwörter): die Vier
  • Interjektionen / Partikeln (Ausrufewörter): kein Bitte und kein Danke
Tipp

Achten Sie auf Signalwörter, die einer Nominalisierung vorangestellt werden. Artikel, Mengenangaben, Adjektive oder Pronomen finden wir meist direkt vorher – wie Sie in den Beispielen sehen können. Adjektive können ebenfalls ohne Artikel substantiviert werden, sofern kein Nomen direkt folgt.

Alle Wortarten außer Artikel (Begleiter) wie der, eine, eines lassen sich nominalisieren.

Hinweis

Bei Indefinitpronomen können Sie sich aussuchen, ob Sie diese großschreiben möchten. Durch eine Großschreibung wird die Nominalisierung beispielsweise von die anderen, vieler und die wenigsten betont.

3) Teile von mehrteiligen Namen schreiben sich groß oder klein.

Adjektive oder Numeralia können großgeschrieben werden, sofern diese Teil eines Eigennamens sind. Hier sind die einzelnen Regeln allerdings etwas schwammig und vage. Merken Sie sich diese Faustregeln für die Großschreibung von Begleiterwörtern: Eigennamen werden großgeschrieben.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Pazifischer Ozean, Euler’sche Zahl
Die Innere Medizin, Naher Osten, am Heiligen Abend, die Gelbe Tonne

Allerdings gibt es auch viele Fälle, in denen sowohl die Groß- als auch die Kleinschreibung korrekt ist.

Rote / rote Karte, Schwarzes / schwarzes Brett, Kleines / kleines Einmaleins

4) Binnenmajuskeln sorgen für eine Großschreibung im Wort.

Großbuchstaben kommen allerdings nicht immer am Wortanfang vor. Auch innerhalb eines Begriffs können sogenannte Binnenmajuskeln auftauchen, denen wir entweder bei Eigennamen, auf sozialen Netzwerken oder beim Gendern (Binnen-I) begegnen.

iPhone, PayPal, macOS, #MeToo, BenutzerIn

Um diesen Blogartikel über die deutsche Groß- und Kleinschreibung zu verfassen, habe ich meinen mehrsprachigen Schreibassistenten LanguageTool zurate gezogen, der lustigerweise auch einen Großbuchstaben in Wortmitte zeigt: LanguageTool. Falls Sie noch nichts von diesem praktischen und hilfreichen Tool gehört haben, probieren Sie es aus. Es kann Sie bei allen hier gezeigten Problemen auf die richtige Lösung bringen.

5) Großschreibung kann als Höflichkeitsmerkmal eingesetzt werden.

Bei Personalpronomina kommt für die Regeln ihrer Großschreibung noch ein weiterer Faktor hinzu: förmliche und höfliche Anreden. Während Sie (inklusive aller verwandten Formen) stets großgeschrieben wird, können wir bei den Formen du und ihr jeweils aus kleingeschriebenen und großgeschriebenen Varianten wählen.

Sie und Ihre Ideen!
Du und deine / Deine Ideen!
Ihr und eure / Eure Ideen!

Ein großgeschriebenes Personalpronomen signalisiert immer etwas mehr Respekt und Förmlichkeit.


An welchen Positionen schreiben wir Wörter klein oder groß?

1) Satzanfänge schreiben wir groß.

Noch eine weitere Weisheit aus der frühen Schulzeit: Jeder Satz startet mit einem Großbuchstaben. Das heißt im Umkehrschluss, dass nach Fragezeichen, Ausrufezeichen und Punkten immer eine Majuskel nach dem Leerzeichen folgen muss.

Dies ist ein Satz. Das ist auch einer. Aber das ebenso?

Jetzt kommen zwei Besonderheiten. Denn bei Auslassungspunkten […] kann, aber muss nicht groß weitergeschrieben werden.

Du bist so ein … Was ist denn noch?
Du bist so ein … was ist denn noch?

Die Groß- und Kleinschreibung nach einem Doppelpunkt richtet sich danach, ob darauf ein ganzer Satz folgt oder lediglich einzelne Wörter oder ein Teilsatz. Wird die wörtliche Rede durch einen Doppelpunkt eingeleitet, wird immer groß weitergeschrieben. Dies gilt durchgängig und so können Sie sich es auch merken.

Folgendes kann ich mir nicht verkneifen: Weißt du, wovon ich spreche?
Ich habe eine Überraschung für euch: ein neues Spiel.
Schließlich sagte sie uns doch: „Komme gerne!“

2) Textanfänge und Überschriften schreiben sich groß.

Diese Regel mag sich natürlich etwas mit der vorherigen überlappen, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied, nämlich den von nicht vollständigen Sätzen. Besonders bei Überschriften können Sie getrost jedes erste Wort großschreiben – egal, ob danach ein ganzer Satz oder nur einige Wörter folgen.

  1. Einleitung
1.1. Wie wir zum Thema kommen
1.2. Herausarbeitung des Themas
etc.

Verwechseln Sie dies jedoch nicht mit Stichpunktlisten. Hierbei gibt es zwei Fälle. Entweder Sie listen ganze Sätze auf, für die Sie sich gemäß den obigen Regeln für die Großschreibung entscheiden sollten, oder Sie erstellen eine Stichpunktliste mit einzelnen Wortgruppen. Für diesen Fall gibt es keine Vorgabe, Sie können also alle anfänglichen Pronomen, Adjektive, Verben und Co. einheitlich groß- oder einheitlich kleinschreiben. Hier ein Einkaufzettel als Beispiel:

rote und gelbe Äpfel
Milch
gemahlene Mandeln

oder

Rote und gelbe Äpfel
Milch
Gemahlene Mandeln

3) Eingeschobene Sätze werden kleingeschrieben.

Haupt- und Nebensätze, die durch ein Komma getrennt werden, bilden eine Einheit als Satzgefüge. Daher wird auch nach einem Komma klein weitergeschrieben. Allerdings schreiben wir auch nach einem Semikolon, einer öffnenden Klammer und einem Gedankenstrich immer klein weiter, obwohl vollständige Sätze folgen können (aber nicht müssen).

Ich denke, wir haben es verstanden; unsere Vorstellungen gehen zu weit auseinander.
Bitte entnehmen Sie diese Information den beigelegten Unterlagen (sofern diese vorhanden sind).
Mein Bruder – ich habe ihn schon ewig nicht mehr gesehen – kommt nächsten Samstag zu mir zu Besuch.

4) In Titeln wird das erste Wort großgeschrieben.

Ähnlich wie bei den Überschriften Ihrer Texte sollten auch Titel mit einem Großbuchstaben versehen werden. Achten Sie – je nach Vorgaben und Geschmack – ebenfalls darauf, eine Kursivierung oder Anführungsstriche zu benutzen.

Kennen Sie Der Herr der Ringe?
Ich mochte „Der Teufel trägt Prada“ überhaupt nicht.
Neulich sahen wir uns endlich »Der mit dem Wolf tanzt« an.

Wie umgehe ich Fehler der Groß- und Kleinschreibung?

Um den zahlreichen Fallen der Klein- und Großschreibung gekonnt aus dem Weg zu gehen, empfehlen wir diese neun Grundregeln. Damit Sie immer auf der sicheren Seite sind, stellen Sie sich diese Fragen:

Schema, das erklärt, welche Wörter sich nach der Kleinschreibung und welche nach der Großschreibung richten.
Ob wir ein Buchstabe oder ein Wort klein- oder großschreiben müssen, hängt von vielen Faktoren ab: Wortart, Position in Satz und Text o. Ä.

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