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Warum Deutsch die Deklination so liebt

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Wir erklären, worauf es bei der Deklination von Nomen, Adjektiven und Begleitern ankommt: Genus (Geschlecht), Numerus (Anzahl) und Kasus (Fall).

Deklination von Nomen, Adjektiven und Begleitern
Drei Faktoren entscheiden über die Wahl von Artikel und Suffix (Endsilbe).
Richtige Deklination (Angleichung der Wortendung)

Drei Aspekte des Nomens sind im Deutschen maßgeblich für die Wahl des Artikels sowie die Endungen von Adjektiven und Begleitern.

  • Genus (grammatisches Geschlecht): maskulin (männlich), feminin (weiblich) und neutral (sächlich).
  • Numerus (Anzahl): Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl).
  • Kasus (grammatischer Fall): Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ.

Erst, wenn alle Bezugswörter (Adjektive, Artikel und Pronomen) in diesen drei Aspekten mit dem Nomen übereinstimmen, verwenden wir korrekte Grammatik. Die Zuordnung erfolgt nach einer Logik, die in Deklinationstabellen aufgezeigt wird.


Wieso ein (dekliniertes) Nomen nicht gleich ein (dekliniertes) Nomen ist

Beim Schreiben fällt mir oft erst im Nachhinein ein besseres Wort für ein anderes ein. Hier ein Beispiel:

Für viele Sprachlernende gleicht die Deklination der Nomen einer wahren Hürde.

Direkt nach Vollenden des Satzes fällt mir auf, dass der Begriff Hürde nicht wirklich passt. Das Nomen Rätsel passt im Kontext von gleichen besser. Daher tausche ich die Wörter eins zu eins aus:

Für viele Sprachlernende gleicht die Deklination der Nomen einer wahren Rätsel.

Wenn ich jetzt nicht aufmerksam den Satz nochmals lese, fällt mir nicht auf, dass sich das grammatische Geschlecht geändert hat und die Endungen des Artikels und des Adjektivs nicht mehr korrekt ist. Da ich beim Schreiben allerdings den kostenlosen Schreibassistenten LanguageTool benutze, entgeht mir der Fehler nicht, da jeder Satz nach diesem Muster überprüft wird.

Wenn Sie so viel schreiben wie ich, werden Sie recht oft mit solchen Fällen konfrontiert. Wir erklären im Folgenden, wonach sich die richtige Deklination (Beugung) der Wörter richtet. Es sei vorausgesetzt, dass sich die deutsche Sprache durch drei Aspekte der Flexion von Nomen, Adjektive und Begleitern auszeichnet.


Kriterium 1: Das Genus
(grammatisches Geschlecht)

Jedes Nomen lässt sich einem grammatischen Geschlecht zuordnen:

  • Feminina (weibliche Nomen)
  • Maskulina (männliche Nomen)
  • Neutra (sächliche Nomen)

Das Genus ist vom tatsächlichen Geschlecht (Sexus) zu unterscheiden, da diese beiden vielfach voneinander abweichen. Adjektive, Artikel und andere Begleiter besitzen kein grammatisches Geschlecht, werden jedoch dem Genus des Nomens angepasst. Dies wird Deklination oder Beugung genannt:

Wortart Feminina Maskulina Neutra
Unbestimmter Artikel eine ein ein
Bestimmter Artikel die der das
Demonstrativbegleiter diese dieser dieses
Adjektiv deutsche deutscher deutsches

Hinweis: Die hier gezeigten Formen beziehen sich auf die Singularformen und auf den Fall des Nominativs. Die Adjektivformen lassen sich mit den anderen Wortklassen kombinieren.

Das Wort „Grammatik“ ist ein feminines Nomen.

⇨ In diesem Beispielsatz gibt es drei Nomen: das Wort (neutral, mit bestimmtem Artikel), Grammatik (feminin, ohne Begleiter) sowie ein feminines Nomen (Neutrum, mit unbestimmtem Artikel und dekliniertem Adjektiv).

Lesen Sie mehr zur Bestimmung von der-die-das, Nomen mit mehreren Geschlechtern oder dem Genus von Anglizismen.


Kriterium 2: Numerus
(die grammatische Anzahl)

Zudem lassen sich Nomen auch in zwei Numeri (Anzahlen) einteilen. Die Einzahl (Singular) wird bei genau einem Exemplar des Genannten verwendet, während sich die Mehrzahl (Plural) auf alle mögliche Anzahlen größer als eins beziehen kann. Der Numerus entspricht fast immer der wirklichen realen Zahl. Es gibt aber Ausnahmen:

Jedes deutsche Nomen wird nach drei Kriterien gebeugt.

⇨ Obwohl das Subjekt im Singular steht, ist hier die Rede von allen Nomen – also gewiss mehr als einem.

Die Bildung des Plurals unterliegt sehr vielen Regeln. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen fünf Formen des regelmäßigen Plurals und einigen unregelmäßigen Formen. Allein dieses Beispiel (mit Nomen auf „-us“) zeigt eine Unvorhersehbarkeit der Mehrzahlbildung (ähnlich wie die Zuordnung der grammatischen Geschlechter):

das Genus – die Genera
der Numerus – die Numeri
der Kasus – die Kasus

Adjektive, Artikel und Demonstrativbegleiter besitzen keinen Numerus, werden aber auch wiederum entsprechend dem Nomen gebeugt.

Wortart Feminina Maskulina Neutra
Unbestimmter Artikel [Ø] [Ø] [Ø]
Bestimmter Artikel die die die
Demonstrativbegleiter diese diese diese
Adjektiv deutsche(n) deutsche(n) deutsche(n)

Hinweis: Die hier gezeigten Formen beziehen sich auf die Pluralformen und auf den Fall des Nominativs. Das Adjektiv richtet sich in seinem Suffix (Endsilbe) danach, ob es mit dem ausgelassenen unbestimmten Artikel – Endung „-e“ – oder einem bestimmten Artikel bzw. Demonstrativbegleiter kombiniert wird – dann mit Endung „-en“.

Die Wörter „Grammatik“ und „Wortwahl“ sind feminine Nomen.
Erkennen wir die femininen Nomen?

⇨ Neben den beiden Nomen im Singular Grammatik und Wortwahl gibt es drei Begriffe, die im Plural stehen: die Wörter (sächlich, regelmäßiger Plural auf „-er“), feminine Nomen (weiblich, regelmäßiger (Null-)Plural, ohne Begleiter, mit Adjektiv) sowie die femininen Nomen (weiblich, regelmäßiger (Null-)Plural, mit dekliniertem Artikel und Adjektiv).

Erfahren Sie mehr über die Pluralbildung von englischen und französischen Lehnwörtern sowie Nomen, die ausschließlich im Plural oder Singular stehen können.


Kriterium 3: Kasus
(der grammatische Fall)

Wir könnten nun meinen, es gibt drei Genera mit je zwei Numeri, also insgesamt sechs Formen von Nomen. Allerdings bezog sich diese Anzahl nur auf einen der vier Fälle in den oberen Beispielen – den Nominativ. Der benötigte Fall richtet sich jeweils nach der Satzfunktion und dem Kontext des Nomens innerhalb der Aussage. Es gibt vier Kasus:

Artikel und andere Begleiter sowie vorangestellte Adjektive werden ebenfalls nach dem Kasus des Bezugswortes gebeugt.

Wortart Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ
Unbestimmter Artikel ein eines einem einen
Bestimmter Artikel der des dem den
Demonstrativbegleiter dieser dieses diesem diesen
Adjektiv deutsche(r) deutschen deutschen deutschen

Hinweis: Die hier gezeigten Formen beziehen sich auf die Singularformen eines maskulinen Nomens. Die Adjektivformen lassen sich mit den anderen Wortklassen kombinieren. Die Endungen sind in allen Fällen unterschiedlich, allerdings zwischen den Wortarten dieselben. Nur im Nominativ wird bei der Adjektivdeklination zwischen den Suffixen „-er“ und „-e“ unterschieden.

Grundsätzlich entscheidet die Satzfunktion über den Fall des Nomens:

  • Subjekte stehen immer im Nominativ
  • Objekte können im Genitiv, Dativ und Akkusativ stehen. Dabei kommt der Dativ vermehrt bei indirekten Objekten und der Akkusativ bei direkten Objekten vor. Der Genitiv kann bei Genitivobjekten oder Attributen auftreten.
  • Präpositionalobjekte und adverbiale Bestimmungen richten sich nach den Vorgaben der Präpositionen.
  • Komplementäre Ergänzungen, Teilsätze, Anreden und Einschübe können in allen Fällen vorkommen.
Insights versucht, seiner Leserschaft die deutsche Grammatik zu erklären. Wir sind uns der Schwierigkeiten bewusst.

⇨ Subjekte: Insights (Nominativ)
⇨ Direktes Objekt: die deutsche Grammatik (Akkusativ)
⇨ Indirektes Objekt: seiner Leserschaft (Dativ)
⇨ Genitivobjekt: der Schwierigkeiten (Genitiv, erforderlich aufgrund des Adjektivs „bewusst“)


Die deutsche Deklination mit Rücksicht auf Genus, Numerus und Kasus

Insgesamt gibt es 24 Kategorien, nach denen sich ein Nomen im Deutschen deklinieren lässt. Fast alle Nomen lassen sich einem Genus zuordnen und haben genau eine Pluralform. Das lässt sich in der Regel nicht mehr ändern. Der exakte Kontext entscheidet dann über den Numerus (Singular oder Plural) sowie den erforderlichen Kasus innerhalb der Satzstruktur. Damit sind diese beiden Aspekte variabel. Die drei folgenden Tabellen zeigen Artikel-, Adjektiv- und Nomendeklination gemäß allen drei Faktoren.

Deklination der Begleiter (unbestimmt / bestimmt / Pronomen)

Kasus / Genus

Weiblich

Männlich

Sächlich

Plural 

(alle Genera)

Nominativ

eine / die / diese

ein / der / dieser

ein / das / dieses

[Ø] / die / diese

Genitiv

einer / der / dieser

eines / des / dieses

eines / des / dieses

[Ø] / der / dieser

Dativ

einer / der / dieser

einem / dem / diesem

einem / dem / diesem

[Ø] / den / diesen

Akkusativ

eine / die / diese

einen / den / diesen

ein / das / dieses

[Ø] / die / diese

Deklination der Adjektive (ohne unbestimmten Artikel / mit bestimmtem Artikel oder anderem Begleiter)

Genus

Weiblich

Männlich

Sächlich

Plural 

(alle Genera)

Nominativ

deutsche / deutsche

deutscher / deutsche

deutsches / deutsche

deutsche / deutschen

Genitiv

deutschen / deutschen

deutschen / deutschen

deutschen / deutschen

deutscher / deutschen

Dativ

deutschen / deutschen

deutschen / deutschen

deutschen / deutschen

deutschen / deutschen

Akkusativ

deutsche / deutsche

deutschen / deutschen

deutsches / deutsche

deutsche / deutschen

Deklination der Nomen (Singular / Plural)

Kasus / Genus

Weiblich

Männlich

Sächlich

Nominativ

Grammatik / Grammatiken

Satz / Sätze

Wort / Wörter (Worte)

Genitiv

Grammatik / Grammatiken

Satzes / Sätze

Wortes bzw. Worts / Wörter (Worte)

Dativ

Grammatik / Grammatiken

Satz / Sätzen

Wort / Wörtern (Worten)

Akkusativ

Grammatik / Grammatiken

Satz / Sätze

Wort / Wörter (Worte)

Bitte beachten Sie, dass der Genitiv bei maskulinen und neutralen Singularformen teilweise mit den Endungen „-s“ oder „-es“ gebildet werden kann. In einigen Fällen gilt nur eine Variante als korrekt. Im Dativ der Pluralform zeigen diese Nomen eine Deklination mit „-n“. Außerdem können wir den Plural für Wort auf zwei Arten bilden.

Wenn Sie nun ein Nomen in der richtig deklinierten Form benötigen, können Sie mit diesen Tabellen wie mit einem Puzzle vorgehen.

Beispiele

  1. Das Maskulinum Text in Singular und Dativ mit einem unbestimmten Artikel:
    → ein+em / Text
    = einem Text
  2. Das Femininum Nachricht in Plural Nominativ mit dem bestimmten Artikel und dem Adjektiv schnell:
    → die / schnell+en / Nachricht+en
    = die schnellen Nachrichten
  3. Das Neutrum Wörterbuch in Singular und Genitiv mit einem Demonstrativpronomen und dem Adjektiv praktisch:
    → dies+es / praktisch+en / Wörterbuch+(e)s
    = dieses praktischen Wörterbuchs bzw. dieses praktischen Wörterbuches

Zusammenfassend
Genus Weiblich Männlich Sächlich Plural (alle Genera)
Nominativ
(mit bestimmtem Begleiter)
die deutsche Grammatik der deutsche Satz das deutsche Wort die deutschen Texte
Nominativ
(mit unbestimmtem Begleiter)
eine einfache Regel ein toller Artikel ein kostenloses Programm schnelle Korrekturen
Genitiv
(mit bestimmtem Begleiter)
der deutschen Grammatik des deutschen Satzes des deutschen Wortes / Worts der deutschen Texte
Genitiv
(mit unbestimmtem Begleiter)
einer einfachen Regel eines tollen Artikels eines kostenlosen Programms schneller Korrekturen
Dativ
(mit bestimmtem Begleiter)
der deutschen Grammatik dem deutschen Satz dem deutschen Wort den deutschen Texten
Dativ
(mit unbestimmtem Begleiter)
einer einfachen Regel einem tollen Artikel einem kostenlosen Programm schnellen Korrekturen
Akkusativ
(mit bestimmtem Begleiter)
die deutsche Grammatik den deutschen Satz das deutsche Wort die deutschen Texte
Akkusativ
(mit unbestimmtem Begleiter)
eine einfache Regel einen tollen Artikel ein kostenloses Programm schnelle Korrekturen

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